Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
SUBSCRIBE
Subscribe my RSS Feed

Befriend me at Facebook

Subscibe my YouTube Channel

Follow me at Twitter
hosted by
powered by Movable Type
Blue Moon
Channel 8
Channel 8 Diaries
Crazy Day
Dining Car
Heavy Burschi
In the Pipeline
Das Unendliche Panorama
Editorial Cartoons
Falter Covers
Neulich im Büro
Wienerinnen
Zeichenwelt
7 Sachen / Lauter Listen
Andrea Fragenlager
Boboville
Comandantina
Die österreichische Oberfläche
Essays
Features und Portraits
Fragen Sie Frau Andrea
Metaphysics
Om Dhom Khom
Quergelesen Ferngesehen
Salzgriesisch
Und dann traf ich...
Trickern und Krachen
Liebe Frau Andrea,
die Wiener Drogenszene birgt eine Vielzahl wunderschöner Redewendungen und Wörter. Zwei Fragen wirft folgendes Wort auf: Trickern (vereinzelt auch triggern geschrieben). Gemeint ist der spezifische Rauschzustand (physisch wie psychisch) in Folge des Konsums sedierend wirkender Substanzen wie Opiaten oder Benzodiazepinen (als Beispiele seien hier das "Roiperl" und die "Praxln" genannt). Woher stammt der Ausdruck “trickern” und wie lautet eigentlich die korrekte Schreibweise?
Benedikt Friedel, Kulturbeauftragter der sozialmedizinischen Drogenberatungsstelle ganslwirt
Lieber Benedikt,
Millieus am Rande unserer Gesellschaft bewahren alte Ausdrücke und haben gleichzeitig ein ausgesprochen grosses Talent, neue in die Welt zu setzen. Wir alle kennen Szenebegriffe wie chillen und turnen, abhängen und es sich voll zu geben. Diese Ausdrücke sind aus diversen grossstädtischen Drogenszenen in unsere Alltagssprache ausgebüchst. Nicht anders wird es mit Trickern sein, das nach meinem Daführhalten vom wienerischen Ausdruck “Trickern”, also trocknen, “trocken werden”, kommt. Das deutsche Wort trocken ist mit dröge verwandt, das die Nebenbedeutung langweilig, fade transportiert. Die Droge selbst ist eine Entlehnung des arabischen “turuq”, Weg, Mittel. Das Gegenteil vom Trickern ist das Krachen. Beiden Ausdrücken prophezeie ich eine blendene Karriere in der Alltagssprache.
www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 45/2001
7. November 2005 © Andrea Maria Dusl
TrackBack
Use this URL to ping this entry: http://comandantina.com/mt/ping.cgi/1082
Kommentare
dachte immer "trickern" stünde für jemanden ordentlich herdreschn und hätte sonst keine bedeutung. jetzt bin i a wieda gscheida.
blundstone | 07.11.05 17:24
heisst trocken nicht "trickert"?
schorsch | 08.11.05 13:07
@schorsch
Trickert heisst getrocknet, also trocken.
Trickern heisst trocknen.TrockNen.
Comandantina | 14.11.05 20:53



blundstone | 07.11.05 17:24