September 2005
Abstract is the World
Blue Moon Shooting
Boys and Girls from my Block
Breakfast Outside America
Kiev Markthalle
Little Shops of Horror
Phones of the World
Andrea Maria Dusl Music Room
Andrea Z bis A
Comandantina Unterwegs
Dusl bestellen
Maschinenraum
Redezeit
Sager von Welt
Showtime!
Blue Moon
Channel 8
Channel 8 Diaries
Crazy Day
Dining Car
Heavy Burschi
In the Pipeline
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Berlin36 ::: The Shooting

Ahoi! Morgen ist es soweit. Morgen 8:30 werde ich mich mit 42 anderen durchgeknallten "Teamchefs" in einem Kaschemme in der Wiener Wipplingerstrasse einfinden, 36 Ören abdrücken und das Thema des Berlin36-in-Wien-Kurzfilm-Wochenendes ausfassen. Schlag 12 werde ich soviel nachgedacht haben, dass ich Herrn Grissemann anrufen werde, der wird sich in Mantel und Schuhe werfen und bei mir am Hugo-Wiener-Platz antanzen und dann werden wir zu zweit den Film drehen.
Den Film.
10 frames/second in meiner kleinen metallenen Ixus 400. Das wird so Dogma sein, dass sich Herr von Trier aus Dänemark für die Hollywood-Barockheit seiner Dogmafilme schämen wird müssen. Christoph Grissemann wird ganz Puppe sein und mir einen saftigen "Heavy Burschi" hinlegen. So wird das sein.
Übermorgen werden Karina Ressler und Thomas Schneider schöne Sachen aus dem Material schnitzen und mein Bruder Peter wird berührende Mucke drunterlegen. Petenik, reiss an die Maschin!
Am Sonntagabend wird dann nicht nur Frau Klasnic in Steiermark Geschichte sein, sondern auch der erste Berlin36-Film-Samson.
30. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
Sankt Marx
Liebe Frau Andrea, hat unser bekanntes Wiener St. Marx etwas mit dem noch bekannteren gleichnamigen Russen zu tun? Wurde der etwa während der Besatzungszeit heilig gesprochen? Das wäre ein echtes Hindernis für mich, dem katholischen Glauben beizutreten und mich näher mit der Geschichte der anderen Heiligen zu befassen. So verbleibe ich mit der aufrichtigen Bitte um spirituelle Aufklärung, Helmuth Jellinek, Wien
Lieber Helmuth, der Name des heutigen Stadtteils St. Marx im dritten Bezirk geht auf ein mittelalterliches Siechenhaus für Pestkranke und Aussätzige zurück, das hier in bewusster Abgeschiedenheit von der Stadt bestand und dessen frühgotische Kapelle dem Evangelisten Markus - wienerisch Marx - geweiht war. Krankenhaus und Kapelle fielen dem Reformeifer Kaiser Josephs II. zum Opfer, ein biedermeierlicher Friedhof existiert heute noch und ist für das angebliche Grab Mozarts berühmt. Ein Mann namens Marx ist zwar zu Zeiten der Sowjetunion in Russland in hohem Ansehen gestanden, er war aber ein Deutscher aus Trier und hiess mit Vornamen nicht Sankt sondern Karl. Zusammen mit einem anderen Deutschen heiligen Namens, einem gewissen Herrn Engels machte er sich um die frühe Arbeiterbewegung verdient. Wegen Karl Marx und Friedrich Engels dem katholischen Glauben beizutreten, wäre an sich kein Hindernis, eine besondere Bewunderung für die beiden Herren wird Ihnen dort allerdings nicht entgegenschlagen.
Für Falter 40/2005
30. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings
Miles Davis
Bitches Brew
Es ist wenig bekannt, daß auf diesem epochalen Fusion-Album der Schulfreund des österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil das Fender-Rhodes bedient (ein gewisser Joe Zawinul aus Wien-Erdberg).
Bitches Brew ist die Mutter des elektrischen Jazz.
Ich stelle mir da beim Hören immer eine dunkle und warme Halle von enormen Ausmassen vor. Weiters stelle ich mir vor, daß Miles, Wayne Shorter, Joe Zawinul und John McLaughlin ständig Durst hatten, aber vor "electrissement" nie zu einer Pause fanden. Für dieses Bild ist erforderlich, daß es in der Garderobe von Miles Unmengen von Light-Beer und Sprudel gab, aber irgendwie nie einer Zeit fand, mal schnell rauszugehen, um ein Fläschchen zu holen. Bitches Brew: ein Album wie durstig.
28. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Michael Häupl ::: Bürgermeister

SPÖ-Spitzenkandidat für die Wiener Landtagswahl 2005,
Noch-und-bald-wieder-Bürgermeister Michael Häupl locht ein.
Die politischen Gegner bemühen sich redlich um den Ball,
scheitern aber trotz intensiven Trainings an der schieren
Aufgabe.
Entwurf für Falter-Cover 39/2005
So sah das Cover dann tatsächlich aus:

28. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Frank Zappa
Zappa in New York
"We are only in it for the money", log FZ. In Wirklichkeit war er wegen Strawinsky und Ficken im Business, wie sein Trommelmann Terry Bozzio auf dem wenig jugendfreien Live-Take von "Titties and Beer" bekannte.
"Zappa in New York" habe ich mir 1978 in Sichtweite der Wiener Oper gekauft. In einem Plattengeschäft namens Hannibal, das damals ungeheuer hip war, weil es - jedenfalls habe ich das so in Erinnerung - ein Dutzend Vorspielautomaten mit Tangentialarmen hatte. Hängende! Hängende Vorspielautomaten mit Tangentialarmen! In Kopfhörern des hippen Hannibal hörte ich zum erstenmal Jazz, der nicht klang wie alte Herrenhosen in die jemand Lulu gemacht hatte. Jazz, der sich gar nicht wie Jazz anhörte, sondern einfach und kompliziert, sozusagen grundgut war. (Und weil da Randy Brecker Trompete und Michael Brecker das Saxophon blies, habe ich mir in Folge der Verehrung für dieses Album gleich mal sämtliche Alben der Brecker Brothers gekauft.)
Eindeutig großartig fand ich das Design des Doppelalbums. In einer Zeit, in der Platten noch groß und schwarz waren, transportierten auch Plattencover eine Message. Die Message war ungefähr die: Wir sind jetzt hier in New York, gleich beginnen die Achtziger und da machen wir noch schnell ein paar Dinge, die wir gut können, bevor alle anfangen, sich die Haare blau zu färben und Ska auf Heimorgeln zu spielen.
Das absolute Higlight von FZINY (so heißt die Platte unter Auskennern) sind die beiden letzten Nummern, BP und TPL, der meisterhaft anspruchsvolle Zappa-Standard "Black Page" und das rhythmische Fusion-Minenfeld "The Purple Lagoon".
"The Purple Lagoon" ist camp.
Absolut camp.
27. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Johnny Guitar Watson
Ain't that a Bitch
Niemand auf Gottes soulgetränkter Erde hatte einen Daumen wie Johnny G. Sein Funk war so fat und gleichzeitig so laid back, daß es niemand auch nur den Versuch wagte, ihn zu imitieren. (Frank Zappa soll nur seinetwegen überhaupt zum Gitarrespielen begonnen haben). Johnny Guitar Watson war musikalisch so black, daß sich sogar ein Hohepriester des Soul wie James Brown neben ihm wie ein braver Finne ausmacht.
27. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Led Zeppelin
D'yer Mak'er
Seltsamerweise gilt es sogar in aufgeklärten Kreisen nicht gerade als schick, diese Musik aus dem Jura des Hard Rock zu hören. (Selbst Led Zeppelin- Afficionados greifen dieses Album nur mit äußerst spitzen Fingern an.) Mein absoluter Lieblings-Song auf dem ganz und gar wunderbar zusammengebastelten Album ist "D'yer Mak'er", ein bluesig-karibisches Liedchen, das mit einem in Richtung Ben E. King zielendem Riff beginnt und dann in einen hypnotischen Reggae-Off-Beat schlingert.
27. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Indian Summer
Guten Tag, liebe Frau Dusl, ich hätte da eine Frage: Im Zusammenhang mit dem kaum vorhandenen Sommer heuer und den hoffentlich doch noch schönen Herbst ist immer wieder vom "Indian Summer" zu lesen. Was ist das genau und was hat das mit Wien zu tun? Vielleicht beraten Sie sich ja mit Ohm Dom Kom?
Chips Herrot, Rüdesheim
Lieber Chips,
ein “Indian Summer” ist das monumentale Aufflackern von Farbe und Temperatur im Herbst, vorzugsweise im Osten Kanadas und in Neuenglandstaaten wie Maine, Vermont oder Connecticut. Indianische Sommer sind berühmt für das knallorange und feuerrote Farbspiel der spätherbstlichen Ahornwälder und für eine lokale Klima-Besonderheit, den Wiederanstieg der Temperaturen auf deutlich über 20°C. Ein richtiger “Indian Summer” - so heisst es - kann immer erst nach einem richtig langen und ausgiebigen Frost kommen, manchmal sogar erst im November oder Dezember. Der Ursprung der Bezeichnung hat mit der indianischen Urbevölkerung der Neuenglandstaaten zu tun, die den Spätherbst als Jagsaison nutzte. Indianische Sommer sind in Österreich aus klimatischen Gründen selten - auch deswegen, weil in Schnitzelland Wälder aus Fichtenmonokulturen dominieren. Wien hätte dank des Wienerwaldes eine Chance auf das eine oder andere indianische Sommerchen. Ohm Dom Kom heisst bekanntlich Om Dhom Khom und arbeitet an einem Comeback.
26. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
J.M. Coetzee ::: Zeitlupe

Ein einziger schicksalhafter Augenblick verändert das Leben von Paul Rayment: Er fliegt
durch die Luft. Zuerst denkt er noch, gleich werde er durchatmen und wieder auf sein
Fahrrad steigen. Aber er soll nie mehr auf die Beine kommen, schlimmer noch, er verliert
eines bei dem Unfall. Nun stakst er auf Krücken, und alles ist in Zeitlupe.
Für Falter 39/2005
25. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Willi Resetarits ::: Was machst du zu Silvester?
In der letzten Nacht des Jahres 2005 wird Willi Resetarits das tun, was er am liebsten tut: auf der Bühne stehen und Musik machen mit guten Menschen. ANDREA MARIA DUSL
Für die Konzerthausbeilage von Falter 38a/05
Der Garten des Alt-Wiener Gasthauses Birner schwebt wie ein Ausflugsdampfer über dem Ufer der oberen Alten Donau. Am gegenüberliegenden Ufer wartet das menschenleere Angelibad auf einen letzten Rest dessen, was man einst den Sommer nannte. Willi Resetarits legt sein Handy und die Lesebrille ab. Er sieht erholt aus. Braun gebrannt, als käme er aus dem Urlaub.
"Ganz anders", sagt der Mann, der einst Dr. Kurt Ostbahn war, "bei uns zu Haus tropft's von der Decke." Bei uns zu Haus ist in Floridsdorf, das Haus seiner Kindheit, das er von seiner Mutter geerbt hat. Das sie damals selber gebaut haben, die Resetarits aus Stinatz. Damals, als elfjährige Bersch schon vollwertige Arbeitskräfte waren. Und am Sonntagnachmittag nicht im Kino oder beim Kicken im Uberschwemmungsgebiet gewesen, sondern hinter der Mischmaschine gestanden sind. Genau dieses Haus baut der Willi jetzt um. Und dort, wo die Solaranlage das Wasser aufheizt, dürfte ein kleines Leck sein, sagt er, ganz klein, aber groß genug, um die ganze Zwischendecke mit Wasser voll laufen zu lassen. Deswegen sei er jetzt sieben Minuten zu spät im Birner.
"Was machst du zu Silvester", frage ich Willi Resetarits. "Gut, dass du mich fragst! Zu Silvester werde ich nämlich auf der Bühne stehen." Das ist die Sache, die er am liebsten täte auf der Welt. Auf der Bühne stehen und Musik machen mit guten Menschen. Mit guten Herzen. Zu Silvester werde er das im Konzerthaus tun. Schon zum zweiten Mal. Erst werden die Wiener Symphoniker spielen. Beethovens Neunte. Mit dem Verhallen des Applauses werde eine gut geölte Umbaumaschinerie Notenpulte, Orchestergestühl, Harfen und Pauken gegen Hammond-Orgeln, Marshall-Verstärker. Drum-Kits und Mikrofonständer tauschen. Hinter der Bühne werden der Willi und seine Musikanten stehen, ein Gläschen Schnaps im Kreis gehen lassen, die Mascherln ihrer Smokings grad und die Rüschen ihrer Abendkleider schiefdrehen und pünktlich um halb elf die Bühne betreten.
In nichts sieht WiIIi Resetarits besser aus als in einem Smoking, das kann ich bezeugen. Zum ersten Mal sah ich ihn darin in den Sofiensälen. in schwüler, lauter Nacht, am Flüchtlingsball. Die
Sofiensäle, wo einst das Iegendäre Benefiz für heimatlos Gewordene stattfand, sind mittlerweile warm abgetragen worden. Die Erinnerung an das Bild Willis in seinem schwarzen Smoking ist heiß geblieben. Willi Resetarits sieht verdammt gut aus in einem schwarzen Smoking. "Es wird ein weißer Smoking sein", korrigiert er, "damit I mi besser abheb."
Abheben wird in dieser Nacht nicht nur Willi Resetarits in seinem schwanenweißen Smoking, sondern auch die Musik. Es gebe noch kein genaues Set, erzählt er, aber was er sicher wisse: Es werden alle dabei sein, mit denen er seit der Pensionierung eines gewissen Kurt Ostbahn in wechselnder Besetzung musiziert. Da sei einmal die fünfköpfige Extra-Combo unplugged - wie das zu Kurt Cobains Zeiten noch hieß -, die, abgesehen von Silvester-Extras als ,,Stubenblues" auftrete. Altsaxofonist Wolfgang Puschnig werde dabei sein, im Duett mit Resetarits und im "gemischten Satz mit Posaune und Trompete. ,,Weil warum? Ein Orchester ohne Bläser is ka richtig's Orchester." Viel gesungen wird trotzdem, betont Resetarits. Die Tschuschen Acappella, ein Ableger von Slavko Ninics Wiener Tschuschenkapelle, wird Volkslieder aus Kroatien, Slowenien, Tschechien und dem ehemaligen Jugoslawien singen.
"Willi Resetarits' Silvester Schau - mit einem Programm ganz nach seinem Geschmack und zahlreichen lieben Freunden", so heißt es auf der Homepage des Wiener Konzerthauses. "Und so ist es", bestätigt der Entertainer und beißt in den gebackenen Fogosch, den uns Kellner Fabio gebracht hat, was angesichts der Nachbarschaft zum Angelibad ein bisschen Italien an die Alte Donau zaubert. Wie dem auch sei, damit auf der Bühne "alles seine Richtigkeit" hat, ist auch der Herr Votava wieder dabei. Im grauen Arbeitsmantel, "wia sa si's g'heat." Gerald Votava, mit dem Resetarits zuletzt in der gemeinsamen Talk-und-Sing-Show "Weil warum" auftrat.
"Vielleicht kommt auch die Trude." Willi Resetarits schwärmt: "Trude Mally, die letzte Dudlerin Wiens". Aber wienerisch wird es auch ohne die hiesige Spielart des alpinen Jodelns werden, dann nämlich, wenn Resetarits H.C.-Artmann-Gedichte vorträgt. Und außerdem fließen vielleicht auch Teile des Programms aus dem geplanten Abend mit Walter Soyka und seiner Knopfharmonika beim Wienerliedfestival "wean hean" ein.
Ob er den Silvester auf der Bühne verbringen werde, frage ich Resetarits. "So mit Sektglas in der Hand und Papierschlangen um den Hals?" Schon aus Abneigung gegenüber "staatlich verordneter Fröhlichkeit" könne er so etwas nicht machen. Das Showprotokoll sehe ohnedies kein Herunterzählen der Sekunden und kein öffentliches Zuprosten beim Pummerinläuten vor. Um zwanzig vor zwölf wolle er sich mit seiner Combo in die Künstlergarderoben zurückziehen, und das Publikum werde sich in verschiedene sekttaugliche Säle verteilen, um privat zu Silvestern. Zwanzig Minuten nach Mitternacht dann werde man wieder gemeinsam die lange Reise der letzten Nacht des Jahres in den ersten Morgen des neuen fortsetzen.
Gänzlich familiär wird es frühmorgens werden. Dann nämlich sollen drei singende Resetarits-Buam auf der Bühne stehen: Willi, Fernsehbruder Peter und Lukas. In dieser seltenen Formation - die drei sind erstmals im Juni beim zehnjährigen Integrationshaus-Jubiläum aufgetreten - werden sie Lieder aus ihrem burgenländischkroatischen Heimatdorf Stinatz singen. Erst a cappella, dann von Wolfgang Puschnig begleitet. Und weil das noch nicht alles sein wird, was das Show-Familien-Unternehmen Resetarits auf eine Silvesterbühne stellen kann, wird Willi - wie schon letztes Jahr - mit seiner Tochter Johanna auf die Bühnenplanke von Ray Charles and Betty Carter steigen und den Duett-Hadern "Baby, It's Cold Outside" singen. Und auf Wunsch vom Impresario des Abends, Konzerthaus-Chef Christoph Lieben-Seutter - einem deklarierten Fan des Resetarits-Vater-Tochter-Duos - den nicht minder romantischen Sinatra-Superspätabendbringer "Something Stupid".
Something stupid, but I'll love it.
25. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Neulich im Rabenhof
Klickediklick ins Bild >>> dann grösser!
Nestroy* hin, Nestroy her, im kleinen Wiener Boulevard-Theater ist der Alltag
wieder eingezogen. Die Proseccobecher sind weggeräumt, die Aschenbecher
geleert, Konfetti und Spiralen zusammengekehrt. Direktor und Mitarbeiter
machen sich Gedanken um die Zukunft.
...........................
*Nestroy: Prestigträchtiger Österreichischer Theaterpreis
24. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
The Colour of Deutschland

22. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Berlin 36 Team

Am 1. Oktober 2005 werden wir beim Wiener Teil des Guerilla-Film-Festival Berlin36
mitmachen. Wir sind:
Christoph Grissemann (Acting)
Karina Ressler (Editing, Post Production)
Thomas Schneider (Editing, Post Production)
Peter Dusl (Mucke)
und ich (Buch, Regie, Kamera, Produktion)
20. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
Deutschland hat gewählt ::: Ösis berichten

In Deutschland leben a Massa Journo-Kollegen aus Österreich. Der Falter hat einige von ihnen angemailt und um ihre Einschätzung der Deutschland-Wahl gebeten. So stell ich mir Ösis in Currywurstland vor: Den Kopf tief in der Liste, die Socken draussen zu Hause ans Parkett gepinnt.
Ach ja. Angie ist jetzt mit dem Arsch auf Grundeis gefahren, Schwesterwelle macht den Disco-King, Stoiber äht sich zur Wies'n zurück und Gerd spielt den Macker. Irgendwie ist das ein Königsdrama. Wer haut zuerst die Nerven weg. Joschka hab ich vergessen: Der kracht sich jetzt mal von den Aufputschern runter.
Auch für Falter 38/2005
19. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Franzobel ::: Fest der Steine

Wenn in Stalingrad geschossen wird, fällt in Wien ein Motorradl um: Der allgegenwärtige Dichtkunstfabrikant Franzobel fährt nicht nur ständig mit dem Fahrrad unter meinem Atelierfenster Richtung Innenstadt, mit dem biedermeierlich-anarchischen Opus magnum „Fest der Steine“ hat er die Parodie eines historischen Romans, ein Buch voll Slapstick und Klamauk, ein Schlaraffenland der Fresser, Ficker und Furzer, eine Utopie unserer Zufriedenheit entworfen.
Für Falter 38/20005
19. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Näkubi. Das Ding
Liebe Frau Andrea,
wie heisst das Ding, das im Supermarkt oft sehr bestimmend und mit entschlossener Miene von Kunden vor bzw. hinter mir aufs Förderband gelegt wird, um entsprechende Einkäufe zu trennen? Ist es der Einkaufstrenner - neuerdings mit Werbefläche - oder einfach das Nächster-Kunde-Staberl? Gibt es überhaupt einen Fachbegriff dafür? Niemand kann mir eine fachkundige Antwort geben. In großer Erwartung auf ihre erhellende Antwort!
mbG, Barbara Lass, Wien
Liebe Barbara,
viele klugen Köpfe haben sich mit dieser Frage beschäftigt. Max Goldt nennt den Separator “Warenabtrennhölzchen”. Die Kassenkraft in meiner Tante-Emma-Filiale meinte neulich, das Ding habe keinen Namen, auf mein Insistieren fiel Ihr ein, das Ding könnte man ja “Kassastaberl” nennen. In der Schweiz heisst der leidlich beliebte Trennstab “Kassentoblerone”, in Deutschland, wo sich eine Empfehlung der Süddeutschen Zeitung, das Ding “Warenstopper" zu nennen, nicht durchsetzen konnte, sind mittlerweile Begriffe wie Trennbalken, Trenni, Warenstaffelstab, Kassenbandriegel und “Näkubi” in Gebrauch. Näkubi, kurz für "Nächster Kunde bitte!" Tatsächlich heisst der Kassenstab “Warentrenner”. So empfiehlt es das “Handbuch für Deutschland”, herausgegeben von der Beauftragten der Deutschen Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.
Für Falter 38/20005
19. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (3) Comments (0) Pings
Deutschland

Das Merkel.
Mundwinkel bis zum Knie.
Sieger sehen anders aus.
Seltsamerweise wie Schröder.
Was hat der alte Fuchs vor?
18. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Le Kaptëën, Cést Moy
Für grosse Ansicht ins Bild klicken!
Le Kaptëën, Cést Moy ist ein Spinoff der Serie "Das Unendliche Panorama", die ich zehn Jahre hindurch für die Intellektuellenzeitschrift FORVM gezeichnet habe. "Le Kaptëën, Cést Moy" - gezeichnet 1997 - war ein Geschenk für meine Freundin Kristine Tornquist.
18. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Hans Krankl ::: Wir Österreicher müssen umfallen bis zum Kämpfen!
Die Aufgabe der Kunst
Kunst ist ein Grundbedürfnis. Wie Freiheit, wie Menschenwürde, wie Gesundheit, wie Gleichheit. Und sie muss beschützt und gehegt werden, gelehrt und gelassen.
Kunst ist mehr und kann mehr als kleingeistige Machtmenschen und Marktfetischisten ihr zugestehen wollen. Um ein Labor für Kultur und Gesllschaft zu sein braucht sie allerdings Freiheit. Die Freiheit nämlich, nichts sein und nichts können zu müssen.
Von Andrea Maria Dusl.
Für planet, zeitung für politische ökologie.
„Aufgeben tuat ma an Brief“ sagt Hans Krankl gerne, wenn es um Sein oder Nichtsein im fußballerischen Zusammenhang geht. Hans Krankl ist – was viele nicht bedenken – ein durch und durch künstlerischer Mensch. Ich halte ihn, ganz jenseits seiner fußballerischen Kulturleistungen für eines der größten Sprachtalente des Landes und ich meine das nicht zynisch.
Unerkannte Wahrheit
„Wir Österreicher müssen umfallen bis zum Kämpfen!”, sagte Hans Krankl in einem nie gesendeten Interview über den Geist, den die von ihm trainierte Nationalmannschaft haben möge. Das Interview, das im Rahmen der Stermann-und-Grissemann-Show "Harte Hasen" im Wiener Rabenhof-Theater kommentarlos aufgeführt wurde, und in dem ein leicht beschwingter Hans Krankl noch andere Dadaismen von sich gab, wurde vom ORF, dem öffentlich rechtlichen Sender Österreichs, nicht veröffentlicht. Der Satz des Jahrtausends, das treffendste, je mit Worten gemalte Sprachbild eines Österreichers über die Österreicher wurde nicht veröffentlicht. Über die Gründe dieser Zensur dürfen Mutmaßungen angestellt werden:
Mutmassung Nummer Eins: Hans Krankl war besoffen. Gut gedacht, trotzdem falsch. Hans Krankl trinkt doch nicht! Zudem wäre Trunkenheit am Mikro kein Hinderungsgrund für eine Ausstrahlung gewesen. Statements besoffener Prominenter werden täglich ausgestrahlt, es gibt sogar eine eigene Sendung, die sich überwiegend diesem Genre widmet: Die Seitenblicke.
Zweite Mutmaßung: Hans Krankl hat die Wahrheit ausgesprochen und die ist Österreich in hoher Dosis nicht zuträglich. Auch das mag es nicht gewesen sein, erinnern wir uns nur an den berühmten, die österreichische Wahrheit beleuchtenden Satz des sozialdemokratischen Bundeskanzlers (und vormaligen Kulturministers) Fred Sinowatz, es sei „alles sehr kompliziert“.
Warum also wurde der Sager Hans Krankls, „Wir Österreicher müssen umfallen bis zum Kämpfen!“ unter Verschluss gehallten? Ganz einfach: Weil die verantwortlichen Redakteure die literarische Gewalt dieses Satzes nicht erkannten. Weil, wo nicht Kunst draufsteht, keine Kunst drin sein kann.
Grundbedürfnis Kunst
Warum ich diesen Ausflug in die Sprachkraft Hans Krankls und die Zensurschere in den Köpfen unbedarfter Sportredakteure unternehme? Um das Sprachbild von der „Aufgabe von Kultur“ zu zerzausen und um zu illustrieren, was Kunst alles kann. Kunst kann im illuminierten Sprachzentrum eines Fußballnationaltrainers den Satz des Jahrtausends auslösen.
Mein kleines Besipiel mit dem großen Satz soll noch etwas anderes zeigen: Wahrheit – und nichts anderes als die ultimative Wahrheit ist die Kunst – entsteht unter Rahmenbedingungen die sich jeder modernen Marktheorie verschließen. Und Kunst löst emotionelle Beben aus, die man durchaus als existentiell bezeichnen darf. Und ganz margaretnerisch: „A Aufgabe gibts fir an Brief, aber net fir a Kultur.“ Eine Aufgabe gibt es tatsächlich für die Politik. Eine Hausaufgabe. Mit Zierleiste. In Schönschrift.
Wenn Wahrheit Kunst ist und Kunst Wahrheit, dann hat Kunst keine gesellschaftliche Aufgabe. Kunst muss nur sein. Sie ist ein Grundbedürfnis. Wie Freiheit, wie Menschenwürde, wie Gesundheit, wie Gleichheit. Und sie muss beschützt und gehegt werden, gelehrt und gelassen.
Durch Kulturpolitik zum Beispiel, das schillernde zweite Gesicht der Sozialpolitik. Denn die hat eine gesellschaftliche Aufgabe. Wie Bildungspolitik eine hat. Und Politik im Allgemeinen. Kultur ist also ein gesellschaftlicher Zustand und keine Aufgabe. Sie ist der Austausch von Erlebnissen und erhebt den Anspruch, alleine dem Erzeugen, Tauschen und Erfahren von Lust zu dienen. (Den Begriff Lust müssen wir nur weit genug über den Horizont unseres eigenen Lustkatalogs aufspannen.) Unter diesem – nun weit – ja sehr weit – aufgespannten Begriffsschirm hat die Lust einer wohlhabenden – aber meist passiven Schicht genauso Platz, wie die produktive und partizipierende der wirtschaftlich weniger gut dotierten. Der Schirm dieser Lust kann also durchaus auch das Fußballstadion sein, in dem ein angedudelter Nationaltrainer den besten Satz der letzten tausend Jahre sagt.
Macht muss behübscht werden
Dass Kulturschaffende – wenn Sie nicht nebenbei als Nationaltrainer jobben – oft mittellos sind, hat weniger mit Marktprinzipien, als mit vertrottelter Kulturpolitik zu tun. Geld ist nämlich genug im Land, Geld wäre für alle da. Auch für nichtnationalmannschaftstrainierende Nichtfußballer. Das Geld, das da wäre, wird allerdings in Fonds und Stiftungen verstaut oder in Schneemaschinen und Upgradings. Alles Lügengebilde, wie wir wissen, weit entfernt von Wahrheit.
Kulturpolitik ist, so behaupte ich jetzt einmal, ein Spiegelbild der Sozialpolitik. Wo diese versagt oder verkümmert, wird Kulturpolitik zur Dekoration und zur Behübschung von Machtdemonstration degradiert. Im wörtlichen Sinn. Früher waren es Flügelaltäre, heute sind es Seebühnen. Behübschung ist zwar noch immer Kultur, darf aber als ein Alarmsignal undemokratischer Zustände verstanden werden.
Wir sprechen also von der Verbankfoyerisierung der Kunst. Kunst wird wie eine Ware – oder wenn es hochgeht, als Kursentwicklung – betrachtet und realen oder imaginierten Marktprinzipien unterworfen. In Rahmen gepresst, in Vorstandsetagen und Vorortevillen gehängt, auf Festivalbühnen festgezurrt. Das ist erstens unfair und zweitens dumm. Kunst kann nämlich viel mehr, als hübsch zu sein, viel mehr noch, als wahr zu sein.
Kunst ist ein Labor, in dem Zukunft entworfen wird.
Kunst ist ein Entwicklungslabor der Gesellschaft.
Wer Kunst sät ...
Strenggenommen ist alles vom Besuch eines McDonalds-„Restaurants“ bis zum Inszenieren einer avantgardistischen Tanzperformance ein kultureller Vorgang. Ein Lustvorgang. Die Erfahrung von Lust lässt sich durchaus verfeinern und entnormen. Das Theater, zum Beispiel, beschäftigt sich seit mehreren tausend Jahren ausschließlich damit, Sprache und Bewegung zu Dehnen und zu Stauchen und mit einem hochkomplexen Instrumentarium in Lustvorgänge zu verwandeln. Film, hat in nur hundert Jahren geschafft, mit bewegten Bildern Raum und Zeit zu überwinden und die Planke zwischen eigener und kollektiver Erinnerung einzureißen.
Muss sich Kunst rechnen? Nein. Sie darf, sie muss aber nicht. Was heute in der extremen Avantgarde, für eine Handvoll oder gar weniger Zuschauer entworfen wird, wird in dreißig, vierzig Jahren zum Standardrepertoire des Mainstreams gehören.
Wer Kunst sät, wird Kultur ernten. Für alle, die aus der Wirtschaft kommen und diesen Satz nicht verstehen: „Wer Kunst sät, wird Kultur ernten.“ heißt soviel wie: „Am Ende kommt Geld heraus. Die Rendite ist kolossal.
... wird Kultur ernten
Wie gesagt: Kunst ist ein Labor, in dem Zukunft entworfen wird. Die Zukunft des Sprechens, des Hörens, des Bewegens, die Zukunft jeglicher, ja sogar der noch ungedachten Lust. Jeder Versuch, dieses Labor kleinzuhalten, wird in einer kleinen Gesellschaft enden. Die Erzeugnisse dieser Labors, so klein oder so groß, so breitflächig oder extrem sie auch ausfallen mögen, müssen weiterentwickelt und konkurriert, begleitet, taxiert und archiviert, publiziert und ausgestellt werden. Mainstream und Avantgarde sind kommunizierende Gefäße. Im Mainstream wird die Kohle zusammengschaufelt, die die Avantgarde verheizen dürfen muss.
Oder, um zu meinem Anfangsbeispiel zurückzukehren: Um in Hans Krankl den kleinen Satz, den Satz der Sätze: „Wir Österreicher müssen umfallen bis zum Kämpfen!“ keimen zu lassen, darf man ruhig ein riesiges Stadion unterhalten und darin teuere und unbegabte Kicker herumgurken lassen. Für einen Satz dieser Kraft ist kein Unsinn zu teuer.
.........................
planet - www.planet.gruene.at
17. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
U.S. Gov. kept water and food from people in N.O.
The U.S. Government had intentionally kept water and food from desperate people in New Orleans
Mitchel Cohen - Friday, Sep. 02, 2005 at 10:42 AM
Les Evenchick, an independent Green who lives in the French Quarter of New Orleans in a 3-story walkup, reports that 90 percent of the so-called looters are simply grabbing water, food, diapers and medicines, because the federal and state officials have refused to provide these basic necessities.
Read more here: People of the Dome
13. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Pippi Långstrump ::: faktiskt jag
Meine Freundin Pippi wird 60. Hurrah!
Här kommer Pippi Långstrump,
tjolahopp, tjolahej, tjolahoppsan sa.
Här kommer Pippi Långstrump,
ja här kommer faktiskt jag.
Har du sett min apa,
min söta, fina, lilla apa?
Har du sett Herr Nilsson?
Ja han heter faktiskt så.
Har du sett min villa,
min Villa Villekullavilla?
Vill å vill du veta,
varför villan heter så?
Jo, för där bor ju Pippi Långstrump,
tjolahopp, tjolahej, tjolahoppsan sa.
Där bor ju Pippi Långstrump,
ja där bor faktiskt jag.
Det är inta illa,
Jag har apa häst och villa,
En kappsäck full med pengar,
är det också bra att ha.
Kom nu, alle vänner,
Varende kotte som jag könner,
nu skal vi leva loppan,
Tjolahej tjolahoppsan sa.
Här kommer Pippi Långstrump,
tjolahopp, tjolahej, tjolahoppsan sa.
Här kommer Pippi Långstrump,
ja här kommer faktiskt jag.
...................
Här Kommer Pippi Långstrump mp3
Pippi på www.astridlindgren.se
13. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Jonathan Safran Foer ::: Extrem laut und unglaublich nah

Literatur-Wunderkind Jonathan Safran Foer stellt im Rabenhof seinen
sehr zwiespältigen Roman „Extrem laut und unglaublich nah“ -
"Extremely Loud & Incredibly Close" vor, in dem er aus der Sicht
eines trommmelndes Wunderkinds über 9/11 schreibt.
Über das und über andere Katastrophen.
Holzschnitt-Wunderkind Andrea Maria Dusl hat den Autor
im Stil der Zeit abgebildet. MIt Trommel und Safran.
Für Falter 37/2005
12. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Salzgriesisch
Liebe Frau Andrea, dunkel erinnere ich mich, mal über eine Sprache gelesen zu haben, die sich Falter- und profil-Redakteure ausgedacht haben, um im Café ungestört miteinander zu kommunizieren. Eine Art wiener Journo-Cockney, wenn man so will. Wissen Sie da was drüber?
Sophie Reinelt, Passau
Liebe Sophie, diese “Sprache” gab es tatsächlich. Sie hiess “Salzgriesisch” und wurde nahezu ausschliesslich im Café Salzgries in der Marc Aurel Strasse gesprochen. In dieser Strasse hat nicht nur der Falter seine Adressse, auch das profil war in Prefellnericum dort zu Hause. Salzgriesisch beschäftigte sich im wesentlichen damit, die Vorgänge im Café, die Namen von Speisen, Getränken und bestimmten Gästen in poetisch hochstehende neue Wort- und Satzgefüge zu überführen. Die Speisekarte hiess “Fahrplan”, Münzen waren “Eisenscheine”, Coca Cola hiess “Kinderfernet”, Melange “Schneekoppe”, Lasagne war “Fleisch-Ildefonso”, Suppen firmierten unter “Fleischtee” oder “Knochenbad” und Spinat war schlicht “die heisse Wiese”, Doyen des salzgriesisch war der legendäre Kellner Herr Peter (Färber), salzgriesisch “Perr Heter” genannt. Stammgäste hatten so seltsame Namen wie “der Bunte”, “ der kalte Umschlag”, “die sterbende Frau”, “der lebende Vorwurf”, “Pinselschwinger”, “Pyramidenputzer”, “Pocahontas”, “Noriega” oder “Jean Gabin”. Das Salzgriesisch ist mit dem Umbau des Café Salzgries in das franzöische Edel-Bistro “Le Salzgries” untergegangen. www.comandantina.com dusl@falter.at
Für Falter 37/2005
12. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Style Academy ::: Hong Kong Street

Gute, geschickt gealterte Farbarbeit am zartgrauen Asphalt.
Konsequente Linie in der Couture.
Fantastischer Weissgrad der Söckchen.
(man beachte: Mädchen 1 und Mädchen 3 tragen jeweils
zwei ungleich hohe Sockenpaare übereinander)
Den Vogel schiesst das Schuhwerk ab:
Minimalismus in Farbe und Form - kleinste
Variationen im Design sorgen für
gespenstisch gelungenen Uniformismus.
(Kleine graue Spruchbändchen am Fersenkiel von Mädchen 1,
hochsymmetrische Rindsmaulspitzschuhe mit gekreuzten Doppelriemchen
bei Mädchen 2, Modell "Froschsarg" mit Einzelriemen bei Mädchen 3)
Schlieslich lebt das Ensemble auch von der Choreographie der Gruppe.
Mädchen eins, in westlicher Unruhe, hebt das rechte Bein,
um die Strasse zu überqueren. Mädchen zwei steht beidbeinig,
in asiatischer Gelassenheit erstarrt.
Mädchen Drei hat ein geschwollenes Bein.
11. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Klenk Online

Kollege Florian Klenk ist endlich online und das ist gut so. Sein Weblog auf
www.florianklenk.com ist hoch investigativ und heisst Watch Dog.
11. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Die Arbeit geht aus, wer geht mit?
Für grössere Ansicht ins Bild klicken!
Die Arbeit geht aus, wer geht mit? Wenn es nach den momentanen
neocon-neoliberalen Wirtschaftstrends geht, wir alle.
Für Falter 36/2005
Anmerkung für ehemalige Café-Salzgries-Besucher:
Der Herr mit der Schirmmütze, der sich an der Tafel
anhält, ist der unvergessene Edelsandler und Salzgries-
Rotwein-Spachtler "Jean Gabin" - so genannt vom legendären
Kellner "Per Heter" (Herr Peter). Jean Gabin hiess Jean Gabin,
weil er stets Anekdoten seines Vorbildes Jean Gabin von sich
gab, gepaart mit Erzählungen seiner (eigenen) Zeit bei der
Fremdenlegion.
Anmerkung für Nichtwiener und Nichtkenner des
Café Salzgries. Dasselbe befand sich im ersten
Bezirk, in der Marc-Aurel-Strasse und war der
kompakteste Ort des Universums. Hier wurde eine
legendäre Sprache gesprochen, das "salzgriesisch".
Das Lokal wurde von einem Franzosen mit dem
Namen Monsieur König umgebaut und heisst
jetzt - tragischer geht es nicht - "Le Salzgries".
True Story. Sad and true.
7. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings
iPod. Auch Swarovski und Grasser tun es...

Für Falter 36/2005
7. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments (0) Pings
Martin Amanshauser ::: Alles klappt nie

Martin Amanshausers Roman "Alles klappt nie" beamt die österreichische Gegenwart
ins Jahr 2020 und ist ziemlich lustig. (Zitat Klaus T-Shirt-Gott Nüchtern)
Für Falter 36/2005
7. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Katrina
Liebe Frau Andrea, was habe ich falsch gemacht? Ausgerechnet der schlimmste Hurrikan aller Zeiten muss meinen Namen tragen. Wer kommt auf die blöde Idee, Wirbelstürme nach Frauen zu benennen?
Katrin Fürtler, Graz
Liebe Katrin, 1950 begannen Meteorologen damit, Hurrikans Namen zu geben, zunächst solche, die dem damaligen US-Navy-Alphabet entsprachen - also Able, Baker, Charlie, Dog, Easy, Fox usw. 1953 wurden englische Frauennamen eingeführt. Erst 1979 setzte sich Gleichberechtigung durch, Hurrikans wurden abwechselnd männlich und weiblich, außerdem wurden die ausschliesslich englischen durch französische und spanische Namen erweitert. So trug der Hurrikan vor Katrina den Namen Jose. Katrinas Nachfolger Lee und Maria haben sich längst gebildet und ziehen gerade übers offene Meer. Wo auch immer im Atlantik sich heuer weitere Wirbelstürme - harmlos oder gefährlich - bilden werden, ihre Namen stehen bereits fest: Nate, Ophelia, Philippe, Rita, Stan, Tammy, Vince und Wilma. Die Namen der Hurrikans wiederholen sich im 6-Jahres-Zyklus und werden vom "World Meteorological Organziation's Region 4 Hurricane Committee" festgelegt. Die Namen böser Hurrikans verschwinden von dieser Liste. Andrew etwa oder Ivan. Und selbstverständlich Katrina. Auch Flora, Fifi oder Hugo darf man Kinder getrost taufen. Nicht mal ein Mailüfterl wird je wieder so heissen. Da habe ich weniger Glück. Im Jänner 2007 ist Wirbelsturm Andrea unterwegs.
Für Falter 36/2005
5. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Blue Moon International Film Festival Career
World Premiere: Locarno, Switzerland, Competition 02 (Nominated for Golden Leopard)
Watch Trailer
..........
Haifa, Israel 02
Murat Expo Switzerland 02
Rome, Italy - Nuovo Cinema Austria 02
Hof, Germany 02
Viennale, IFF - Austrian Premiere 02
Pusan, Corea 02
Valencia, Spain 02
Saarbrücken, Germany 02
Bratislava, Slovakia 02
San Francisco, USA - Berlin and Beyond 03
Saarbrücken, Germany 03
Rotterdam, Netherlands 03
Berlin, Germany - Market 03
Porto, Portugal 03
St. Petersburg, Russia - Europe Now 03
Diagonale Graz, Austria 03 (Diagonale Grand Prize for Best Austrian Film)
Dortmund, Germany 03
Mamers en Mars, France 03
Las Palmas, Spain 03
Minneapolis / St. Paul, USA 03
Zlin, Chech Republic 03
Cluj Transilvania, Romania 03
Seattle, USA 03
Lagów, Poland 03 (Special Jury Prize)
Moscow, Russia 03
Karlovy Vary, Chech Republic 03 (Variety Critic's Choice of Europe's 10 Best Films of 2003)
Basel, Switzerland 03
Espoo, Finland 03
Washington, Kulturforum 03
Leeds, UK 03
Mexico City, Mexico - European Filmfestival 03
Hong Kong, China - Max 03
Den Haag, Austrian Film Week 03
New York, USA - "The Screening Room" 03
Talinn, Estland - Black Nights 03
Istanbul, Turkey - Austrian Film Week 03
Prague / Bratislava, Chech Republic/Slovakia - Febio Fest 04
Diagonale Graz, Austria 04 (Best Script)
Chicago, USA, Gene Siskel Film Center of the School of the Art Institute of Chicago -
7th European Union Film Festival 04
Paris, France - Semaine du Cinéma Autrichien 04
Warszawa, Poland - Filmfestival Poland 04
Cracow, Poland - Filmfestival Poland 04
Wroclaw, Poland - Filmfestival Poland 04
Lodz, Poland - Filmfestival Poland 04
London, UK - British Film Institute - Now, About These (Austrian) Women 04
Sofia, Bulgaria - EU-Filmfestival 04
Vancouver, Canada - EU-Filmfestival 04
Ottawa, Canada - EU-Filmfestival 04
Beijing, China - Beijing Normal University (Beijing Shifan Daxue),
Beijing, China - Beijing Film Academy (Haidian Xi Tucheng Lu) -
.........................Tage des deutschsprachigen Films November 04
....................
5. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Luna Azul ::: Domingo 4 de Septiembre a las 21:00 TELE REGIÓN Canal 62/63 - Gran Canaria
LUNA AZUL
Tras una decepción amorosa, el austriaco Johnny Pichler decide dejar la seguridad del Oeste para aventurarse en la Europa Oriental, en donde conoce a Shirley por accidente. Su relación florece en los márgenes de Austria y Eslovaquia, así como entre los caminos que van de Ucrania al Mar Negro. Este filme es una historia de amor entre Este y Oeste, una road movie desarrollada en países que, durante décadas ocultaron su idiosincrasia y características detrás de la Cortina de Hierro.
Titulo Español: LUNA AZUL
Titulo Original: BLUE MOON
Director: ANDREA MARIA DUSL
Intérpretes: JOSEF HADER, VICTORIA MALEKTOROVYCH
Género: ROAD MOVIE
Duración: 97m
SÁBADO 27 DE AGOSTO A LAS 21:00
DOMINGO 4 DE SEPTIEMBRE A LAS 21:00
TELE REGIÓN Canal 62 / 63 - Gran Canaria
Región tv Canal 62 - 63 Gran Canaria
4. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
I am pissed ::: Mayor C. Ray Nagin's Interview
Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin war einer der ersten der es offen aussprach: George W. Bush in seiner blauweiss lackierten "Air Force #1", die Mitglieder der US-Regierung, Rettungskräfte, FEMA, Army. Alle versagten "in the aftermath of Katrina".
Mayor C. Ray Nagin lashed out at federal officials, telling a local radio station "they don't have a clue what's going on down here." The following is a partial transcript of the interview with WWL-AM. September 2, 2005
TRANSCRIPT OF INTERVIEW PICKS UP AT 2:20 OF AUDIO
MAYOR RAY NAGIN: I told him we had an incredible crisis here and that his flying over in Air Force One does not do it justice. And that I have been all around this city, and I am very frustrated because we are not able to marshal resources and we're outmanned in just about every respect.
You know the reason why the looters got out of control? Because we had most of our resources saving people, thousands of people that were stuck in attics, man, old ladies. ... You pull off the doggone ventilator vent and you look down there and they're standing in there in water up to their freaking necks.
And they don't have a clue what's going on down here. They flew down here one time two days after the doggone event was over with TV cameras, AP reporters, all kind of goddamn -- excuse my French everybody in America, but I am pissed.
Interviewer Garland (Radiosender WWL) : Did you say to the president of the United States, "I need the military in here"?
I said, "I need everything."
Now, I will tell you this -- and I give the president some credit on this -- he sent one John Wayne dude down here that can get some stuff done, and his name is [Lt.] Gen. [Russel] Honore.
And he came off the doggone chopper, and he started cussing and people started moving. And he's getting some stuff done.
They ought to give that guy -- if they don't want to give it to me, give him full authority to get the job done, and we can save some people.
What do you need right now to get control of this situation?
I need reinforcements, I need troops, man. I need 500 buses, man. We ain't talking about -- you know, one of the briefings we had, they were talking about getting public school bus drivers to come down here and bus people out here.
I'm like, "You got to be kidding me. This is a national disaster. Get every doggone Greyhound bus line in the country and get their asses moving to New Orleans."
That's -- they're thinking small, man. And this is a major, major, major deal. And I can't emphasize it enough, man. This is crazy.
I've got 15,000 to 20,000 people over at the convention center. It's bursting at the seams. The poor people in Plaquemines Parish. ... We don't have anything, and we're sharing with our brothers in Plaquemines Parish.
It's awful down here, man.
Do you believe that the president is seeing this, holding a news conference on it but can't do anything until [Louisiana Gov.] Kathleen Blanco requested him to do it? And do you know whether or not she has made that request?
I have no idea what they're doing. But I will tell you this: You know, God is looking down on all this, and if they are not doing everything in their power to save people, they are going to pay the price. Because every day that we delay, people are dying and they're dying by the hundreds, I'm willing to bet you.
We're getting reports and calls that are breaking my heart, from people saying, "I've been in my attic. I can't take it anymore. The water is up to my neck. I don't think I can hold out." And that's happening as we speak.
You know what really upsets me, Garland? We told everybody the importance of the 17th Street Canal issue. We said, "Please, please take care of this. We don't care what you do. Figure it out."
Who'd you say that to?
Everybody: the governor, Homeland Security, FEMA. You name it, we said it.
And they allowed that pumping station next to Pumping Station 6 to go under water. Our sewage and water board people ... stayed there and endangered their lives.
And what happened when that pumping station went down, the water started flowing again in the city, and it starting getting to levels that probably killed more people.
In addition to that, we had water flowing through the pipes in the city. That's a power station over there.
So there's no water flowing anywhere on the east bank of Orleans Parish. So our critical water supply was destroyed because of lack of action.
Why couldn't they drop the 3,000-pound sandbags or the containers that they were talking about earlier? Was it an engineering feat that just couldn't be done?
They said it was some pulleys that they had to manufacture. But, you know, in a state of emergency, man, you are creative, you figure out ways to get stuff done.
Then they told me that they went overnight, and they built 17 concrete structures and they had the pulleys on them and they were going to drop them.
I flew over that thing yesterday, and it's in the same shape that it was after the storm hit. There is nothing happening. And they're feeding the public a line of bull and they're spinning, and people are dying down here.
If some of the public called and they're right, that there's a law that the president, that the federal government can't do anything without local or state requests, would you request martial law?
I've already called for martial law in the city of New Orleans. We did that a few days ago.
Did the governor do that, too?
I don't know. I don't think so.
But we called for martial law when we realized that the looting was getting out of control. And we redirected all of our police officers back to patrolling the streets. They were dead-tired from saving people, but they worked all night because we thought this thing was going to blow wide open last night. And so we redirected all of our resources, and we hold it under check.
I'm not sure if we can do that another night with the current resources.
And I am telling you right now: They're showing all these reports of people looting and doing all that weird stuff, and they are doing that, but people are desperate and they're trying to find food and water, the majority of them.
Now you got some knuckleheads out there, and they are taking advantage of this lawless -- this situation where, you know, we can't really control it, and they're doing some awful, awful things. But that's a small majority of the people. Most people are looking to try and survive.
And one of the things people -- nobody's talked about this. Drugs flowed in and out of New Orleans and the surrounding metropolitan area so freely it was scary to me, and that's why we were having the escalation in murders. People don't want to talk about this, but I'm going to talk about it.
You have drug addicts that are now walking around this city looking for a fix, and that's the reason why they were breaking in hospitals and drugstores. They're looking for something to take the edge off of their jones, if you will.
And right now, they don't have anything to take the edge off. And they've probably found guns. So what you're seeing is drug-starving crazy addicts, drug addicts, that are wrecking havoc. And we don't have the manpower to adequately deal with it. We can only target certain sections of the city and form a perimeter around them and hope to God that we're not overrun.
Well, you and I must be in the minority. Because apparently there's a section of our citizenry out there that thinks because of a law that says the federal government can't come in unless requested by the proper people, that everything that's going on to this point has been done as good as it can possibly be.
Really?
I know you don't feel that way.
Well, did the tsunami victims request? Did it go through a formal process to request?
You know, did the Iraqi people request that we go in there? Did they ask us to go in there? What is more important?
And I'll tell you, man, I'm probably going get in a whole bunch of trouble. I'm probably going to get in so much trouble it ain't even funny. You probably won't even want to deal with me after this interview is over.
You and I will be in the funny place together.
But we authorized $8 billion to go to Iraq lickety-quick. After 9/11, we gave the president unprecedented powers lickety-quick to take care of New York and other places.
Now, you mean to tell me that a place where most of your oil is coming through, a place that is so unique when you mention New Orleans anywhere around the world, everybody's eyes light up -- you mean to tell me that a place where you probably have thousands of people that have died and thousands more that are dying every day, that we can't figure out a way to authorize the resources that we need? Come on, man.
You know, I'm not one of those drug addicts. I am thinking very clearly.
And I don't know whose problem it is. I don't know whether it's the governor's problem. I don't know whether it's the president's problem, but somebody needs to get their ass on a plane and sit down, the two of them, and figure this out right now.
What can we do here?
Keep talking about it.
We'll do that. What else can we do?
Organize people to write letters and make calls to their congressmen, to the president, to the governor. Flood their doggone offices with requests to do something. This is ridiculous.
I don't want to see anybody do anymore goddamn press conferences. Put a moratorium on press conferences. Don't do another press conference until the resources are in this city. And then come down to this city and stand with us when there are military trucks and troops that we can't even count.
Because we had most of our resources saving people, thousands of people that were stuck in attics, man, old ladies. ... You pull off the doggone ventilator vent and you look down there and they're standing in there in water up to their freaking necks.
Don't tell me 40,000 people are coming here. They're not here. It's too doggone late. Now get off your asses and do something, and let's fix the biggest goddamn crisis in the history of this country.
I'll say it right now, you're the only politician that's called and called for arms like this. And if -- whatever it takes, the governor, president -- whatever law precedent it takes, whatever it takes, I bet that the people listening to you are on your side.
Well, I hope so, Garland. I am just -- I'm at the point now where it don't matter. People are dying. They don't have homes. They don't have jobs. The city of New Orleans will never be the same in this time.
We're both pretty speechless here.
Yeah, I don't know what to say. I got to go.
4. September 2005 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings


