Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Und dann traf ich...
Periphertangenten
Liebe Frau Andrea, vor ein paar Tagen ist mir eine “coole” Redewendung ausgerutscht, die ich seit meiner Jugend nicht mehr verwendet habe: "Es tangiert mich nur sehr peripher!" Soll bedeuten, das mich etwas nur wenig interessiert. Ein Freund sagt, dieser Ausdruck sei mathematisch nicht korrekt! Eine Tangente könne ja nur einmal einen bestimmten Punkt berühren - peripher ginge das nicht. Das könnte dann nur eine Sekante oder Passante sein. Ich meine, eine Tangente kann auch peripher berühren. Man spricht ja auch von peripheren Extremitäten. Und die können ja von einer Tangente berührt werden. Wer von uns beiden hat Recht? Oder ist das eine philosophische Frage?
Liebe Grüße, Simon- Julian Müllner
Lieber Simon-Julian,
Ihr Problem ist weniger ein philosophisches oder mathematisches als vielmehr ein fernsehhistorisches. Die Redewendung stammt aus den frühen 70er-Jahren und ist ein Manierismus der Befindlichkeit, etwas “berühre nur sehr entfernt”. Texte dieser Art stammten oft aus der Feder des deutschen Synchronsprechers Rainer Brandt. Mit seinem congenialen Partner Karl-Heinz Brunnemann lieh dieser den Hobbydetektiven Lord Brat Sinclair alias Roger Moore und Playboy Danny Wilde alias Tony Curtis deutsche Stimmen. Die Kultserie “Die 2” - das eher maue Original hiess "The Persuaders!" - wurde in Brandts deutscher Synchronisation zum Feuerwerk für schnoddrige Siebziger-Sprachbarock-Raketen. www.comandantina.com dusl@falter.at
Falter 34/2005
22. August 2005 © Andrea Maria Dusl
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