Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Das Bärendienst
Liebe Frau Andrea,
neulich attackierte der Wiener FPÖ Obmann und Schriftsteller Heinz Christian Strache unsere Frau Justizministerin. Er meinte, sie vertrete linkes und kommunistisches Gedankengut und solle zurücktreten. Wörtlich meinte Herr Strache laut FPÖ-Homepage, Gastinger würde der Bevölkerung mit dem Rücktritt "ein (sic!) Bärendienst erweisen". Nun rätseln wir. Was ist denn das jetzt, ein "Bärendienst"?
Franko Killen, Oberwölz
Lieber Franko,
die HC Strache zugeschriebene Passage: “...Diese Justizministerin ist rücktrittsreif: Damit erwiese sie der Republik und ihren anständigen, schutzbedürftigen Menschen ein Bärendienst" ist inzwischen nicht mehr online. Das wundert nicht, insinuiert das Zitat doch genau das Gegenteil dessen, was der Text postuliert, dass nämlich der Rücktritt und nicht die Politik Gastingers ein Bärendienst sei. Ungeachtet der Autorenschaft der holprig verwendeten Redewendung lässt sich der Ursprung des “Bärendienstes” feststellen. Die Redensart geht auf die Fabel "L'ours et l'amateur des jardins" (Der Bär und der Gartenfreund) des französischen Dichters Jean de La Fontaine (1621-1695) zurück. Darin werden ein Hochgebirgsbär und ein greiser Gärtner Freunde und versorgen einander mit Obst und Wild. Eines Tages entdeckt der Bär eine lästige Fliege auf der Nase seines schlafenden Freundes. Rührig greift er sich einen Pflasterstein und schleudert ihn auf die Fliege. Die Fliege ist verscheucht, der Gartenfreund tot. Voila: Ein Bärendienst.
Für Falter 35/2005
31. August 2005 © Andrea Maria Dusl
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