Der Fleck ist weg

FA-Fleck-ist-weg-27.jpg

Die sozialdemokratische Partei Österreichs hat die braunen Flecken in Ihrer Geschichte aufgearbeitet. Die Flecken waren nicht klein: Zu Zeiten waren 10% der SPÖ-Abgeordneten ehemalige Nazis. Wie gross die Nazi-Flecken der anderen Parteien waren oder sind, ist noch nicht bekannt. Mit dem Waschgang haben ÖVP, Grüne, Liberale und die Nachfolgegruppierungen der FPÖ noch nicht begonnen.

Coverillustration für Falter 27/2005

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Zu obigem Cover erreichte den Falter ein Leserbrief der Wiener Städtischen:

Betrifft: Falter-Cover 27/05

Am Cover der letzten Ausgabe des Falter verwenden Sie den Ringturm, den Unternehmenssitz der Wiener Städtischen, in der Darstellung gemeinsam mit einer Coverheadline "Der Fleck ist weg! Wirklich? Die SPÖ erforscht ihre ,braunen Flecken'. Historikerin Eva Blimlinger kritisiert das Ergebnis". Durch die Verwendung des Ringturms am Cover werden beim Leser Assoziationen geweckt, die Wiener Städtische hätte mit "braunen Flecken' etwas zu tun. Dies ist unrichtig und entbehrt jeglicher Grundlage. Gerade als Unternehmen, dessen ehemalige Generaldirektoren Norbert Liebermann und der erst kürzlich verstorbene Otto Binder unter der Zeit des Nationalsozialismus sehr gelitten haben, weisen wir das Herstellen so einer Verbindung mit aller Deutlichkeit und Schärfe von uns. Uns ist die Vorgehensweise des Falter völlig unerklärlich.

Die Wiener Städtische ist ein börsenorientiertes Unternehmen, das in ganz Zentral- und Osteuropa tätig ist. Als Aktiengesellschaft haben wir keinerlei Verbindung oder Naheverhältnisse zu politischen Parteien. Die Organbesetzungen erfolgen strengstens nach Aktiengesetz.

Barbara Hagen-Grötschnig, Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Birgit Reitbauer, stellvertretende Leitung Öffentlichkeitsarbeit, Wiener Städtische


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Darauf dachte es in mir:

Warum ich den Ringturm als Wäscheleinenpfosten wählte? Weil er da ist. Ganz einfach, weil er da steht und in die Gegend schaut. Unpolitisch. Aber hoch. Hätte die Sozialdemokratische Partei New Yorks ihre Naziflecken weiss gewaschen, hätte ich das Empire-State-Building als Pfosten genommen. Völlig unpolitisch gedacht. In Paris den Eiffelturm. Das Herstellen von Fleckenverbindungen lag mir fern. Das Beschädigen von Aktienkursen im gegenständlichen Falle auch. Wiewohl mir in nicht gegenständlichen Fällen das Beschädigen von Aktienkursen, schon aus marxistischen Gründen durchaus ein zeichnerisches Anliegen wäre.

AMD

7. Juli 2005 © Andrea Maria Dusl

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