Juni 2005
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Podcast von Dusls politischer Talkshow im Theater im Rabenhof
Das Photobureau von Comandantina Dusilova kümmert sich ums Schöne und Abseitige
Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
Heute! ::: 30. Juni Graz
Das Falter-Kolumnen-Tandem Andrea Maria Dusl (ich) und Klaus Nüchtern (das ist der T-Shirt-Gott vom Bachmann-Wettbewerb) liest schon wieder! Und zwar am
Donnerstag, 30. Juni 2005, 20.00 Uhr
im Literaturhaus Graz
Elisabethstraße 30
Graz
aus den überaus gut gelungenen Büchern "Kleine Quittenkantate für Kastratensopran und Querflötenquintett" (Nüchtern) und "Fragen Sie Frau Andrea" (ich).
Der nebenberuflich auch als stellvertretender Chefredakteur des Falter arbeitende bekennende Lederwesten-mit-Strickärmeln-Fan Klaus Nüchtern gibt mit der „Kleinen Quittenkantate für Kastratensopran und Querflötenquintett“ Einblick in eine Welt der rätselhaften Phänomene („54 Mädchenbeine auf meinen Zehen“); verrät nutzlose Details („Die Haare der Kommissare“); schweift aus- und ab („Semantik, Sympathie und Sahnetorte“) und beglückt mit fröhlichen Neologismen („Schelle, Flonder, Hacht und Ruchen“). Im Übrigen ist in seinem dritten Kolumnenband nachzulesen, dass Nüchtern seinen Ernährungsgewohnheiten (Schwarzbrot, Gin-Cocktails, tierische Fette) treu geblieben ist.
Meinem wertvollen Buch widerum ist zu entnehmen, was mit den verschwundenen Socken in der Waschmaschine passiert, warum die Mächte der Finsternis kalten Kakao trinken und was Wolfgang Schüssel während der wichtigsten Pressekonferenz seiner Karriere mit der Hand unterm Tisch machte.
Um das Dutzend zu einem Viertel voll zu machen, wird Armin Thurnher, Herausgeber der Grossstadt-Jugendpostille FALTER in der Kulturhauuptsadt Graz 0003 zärtliche Worte der Begrüssung finden.
Kommet Alle nach Graaz!
¡Lang lebe die Revolution!
Comandantina
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Link Literaturhaus Graz
© Fotos: Gossow, Corn
Weiterlesen natürlich in den Büchern!
Das Trinkgeld
Liebe Frau Andrea,
Fragen über Fragen. Mir gings so nach der leidigen Trinkgeldsteuerdiskussion, angezündet von der Badehose der Nation. Das Trinkgeld. Wieso heißt das eigentlich so? Kann doch nicht sein, dass der freiwillig und zusätzlich zur Rechnung geleistete Betrag nur dazu dient, dass sich KellnerInnen damit am Ende der Woche sinnlos niedersaufen. Dass man Trinkgeld zahlt, weil man was getrunken hat, kann ja auch nicht sein. Weil man Trinkgeld ja auch fürs Essen zahlt. Und beim Friseur. Und beim Tankwart. Und der Putzfrau. Und dem Postler, wenn er ein Packerl bringt. Klären Sie mich bitte auf: Wieso heißt das Trinkgeld eigentlich Trinkgeld?
Danke, Wolfgang Bayer, 1140 Wien
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Lieber Wolfgang,
in früheren Zeiten diente das Trinkgeld tatsächlich ausschliessslich dazu, dem kellnernden oder sonstwie dienenden Personal ein Gläschen zu spendieren. Dem Tankwart zahlte man für das Putzen der Scheiben und die Kontrolle von Öl und Kühlerwasser. Obwohl das Trinkgeld, eine Chimäre aus Kleinstbestechung und Almosen, längst ausgestorben sein sollte, hat die moderne Ausbeutungsgesellschaft das Relikt einer unsozialen Vergangenheit als Lohnbestandteil affirmiert. Mit dem Namen “Trinkgeld” sollten wir allerdings spielen dürfen. “Solidarbeitrag zur sozialen Abfederung des Konsumenten-Dienstleistungs-Anbieter-Gefälles”, “fürs Orchideenstudium”, “für die Haschkassa”, oder “kaufen sie sich eine Homepage drum”, machen sich sicher gut im Restaurant oder an der Tankstelle.
Erschienen in Falter 26/05 vom 29.6.2005
Weltrevolution
Jede Comandantina, die eine Website hat und einen treuen Matrosen, hat auch einen Webalizer. So ein Webalizer ist eine Software, die nichts anderes macht, als rauszufinden, wann und wie oft wer da war. Der Matros und ich schauen uns das zwar täglich an - und staunen, wieviel Traffic wir haben, das ist es dann aber auch schon. Zeit, so meine ich, die Skyline der Comandantina-Statistik mal öffentlich zu machen. Voilá!
P.S.: www.comandantina.com heisst in Wahrheit bureau.comandantina.com (wers testen will, kann das ruhig ausprobieren). Weil die Seite also bureau.comandantina.com heisst, nennen wir sie hinter den Kulissen auch so: Bureau. Der Matros und ich. Der beste Matros von allen. Der Einzige.
Angst essen Wiener auf

Für Falter 26/2005
ORF am Schnorren
Liebe Frau Andrea,
Der Radiosender Ö1 war bislang bar jeder Werbung, ausgenommen für eigene Belange, was genügend nervte, aber irgendwo tolerabel schien. Die Sendung "Im Gespräch" wie immer donnerstags, kam am 23.06.05 wie eingangs verkündet, mit "freundlicher Unterstützung der Invest Credit AG" zustande. HÄ...? Schluß mit werbefrei? Bei der Gelegenheit: technische Banal-Pannen wie defekte CD-Player sind fast schon Gewohnheit. (Die Sendung von Schwertsik´s Musik am selben Tag krankte an der Dat-Kassette). Was ist los mit Ö1? Können Sie Licht ins Dunkel bringen?
Romi Sedlacek
Die Haut trauert
Unsere Haut trauert!
Moderator Dreizehn Koestlichkeiten am 23.06.2005 um 11:20 im Online-Forum Höfliche Paparazzi
Zigarettenautomatiker
Liebe Frau Andrea,
"Der Anatom" weckt in mir eine abgeschlossen geglaubte Selbstfrage: wäre ein Rechenlehrer korrekterweise nicht als "Mathemat" zu bezeichnen? Wenn nicht, warum heißt das nicht mehr jugendfreie Gerät an der Straße nicht "Zigarettenautomatiker"?
Ein verwirrter Bensich Gujamin
Östarrech und die EU
Für grössere Ansicht ins Bild klicken!
Die Politik hat den Östarrechern das Blaue von der Fahne gelogen. Was trotzdem gut ist für die Ösis, was böse und was jenseits.
Für Falter 25/2005
Das Knödel, das!
25ergries für Yuliya und Xrizze!
Liebe Frau Andrea,
mir ist als ostwärts gewandertem Oberösterreicher irgendwann aufgefallen, daß es hier in Wien "das Knödel" und nicht wie in meiner Heimat "der Knödel" heißt. Ausgedehnte Feldstudien ergaben, daß eine scharfe Trennlinie existiert, die ziemlich genau dem 15. Längengrad folgt. Keine Antwort konnte ich jedoch auf die Frage finden, wie dieser "Knödeläquator" entstanden ist und ob es vielleicht Regionen gibt, in denen der/das Knödel sogar weiblich ist?
Liebe Grüße, Klaus Kreiner,
Landstraße
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Lieber Klaus, ein von Ihnen postulierter Knödelgeschlechtsäquator entlang des 15. Längengrades folgt in groben Zügen der Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich. “Der Knödel” ist selbstverständlich auch in Wien und dem von der Haupt- und ehemaligen Residenzstadt sprachlich beeinflussten Umland bekannt. “Das Knödel” gibt es tatsächlich, es bezeichnet allerdings, was die Deutschen mit “Knete” und die Engländer mit “dough” bezeichnen. Das Geld nämlich. “Das Knödel” heisst “der Knödel”, wenn ein Wiener zur tschechischen Mutterssprache neigt, und Dinge - wozu auch der Knödel, tschechisch “knedlík” zählt - grundsätzlich als Neutrum versteht und daher im Deutschen fälschlich einen sächlichen Artikel zuordnet. Der 15. Längengrad scheint auch die Grenze einer anderen Leckerei zu sein, die der würzigen Bratwurst, die hieseits des 15ten Grads Bosna heisst und diesseit Bosner. www.comandantina.com dusl@falter.at
Der Spucker
Liebe Frau Andrea, als Liebhaberin ihrer Kolumne muß ich mich nun auch einmal an sie wenden. Warum spucken seit einiger Zeit fast alle? Leute spucken aus den Fenstern, auch direkt vor die Füße wird einem gespuckt. Meist sind’s Männer, aber auch Frauen hab ich schon gesehen. Natürlich wurde immer gespuckt, aber so massiv wie heute noch nie. Woher kommt diese "Mode", fragt Regina Targyik, 1230 Wien
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Liebe Regina, als ich noch teenagete, verkehrte in unserem Häuserblock, also eigentlich um unseren Häuserblock der sogenannte Spucker. Alles am Spucker war frisiert. Seine weissgelben Schnittlauchlocken wurden viertelstündlich frisiert, mit einem Aluminiumkamm, der nach Futkarliart mit dem Stiel nach oben in seiner hinteren Hosentasche steckte. Frisiert war auch sein Eisen, ein knallrotes, aufgebohrtes Postlermoped, mit dem der Spucker böse Runden um den Häuserblock glühte und sich dabei gewiss fühlte wie Johnny Cecotto in Monza. Die Zeiten, die der Spucker für den Häuserblock Schrey-, Nestroy-, Leopolds- und Adambergergasse brauchte, stoppte sein Haberer, der Pepperl, der Installateur lernte und auch ein lautes Puch-Moped hatte, das bei seiner Mutter in der Erdgeschoss-Küche garagiert war und das auch dort gezangelt wurde. Der Spucker war von kleiner Gestalt und sass nach Art der Apachen in der Ritze zwischen Tank und Sitzbank. Daß der Spucker spuckte wie ein Lama, versteht sich von selbst.
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Liebe Frau Andrea!
Jawoooooiiiii! Ich glaube den Spucker zu kennen - d.h. diesen Typus! Was ich aber nicht kenne: Was ist denn bitte "zangeln" und v.a. "nach Futkarliart"? Bitte klären Sie schnell auf!
Mit treuen Grüßen aus der Brigittenau: Dominika
.....
Liebe Dominika, zangeln ist ein wienerischer Ausdruck für das Basteln mit Schrauben und Metall. Herumbasteln an Mopeds ist also "Zangeln". Der Futkarlismo bezieht sich nun nicht auf des Spuckers Zangelein, denn der hätte beim Zangeln mit Pepperls Mopeds alles im Sinn, sicher nicht jedoch das Geschlechtsteil einer prospektiven Freundin. Futkarli ist vielmehr ein ebenfalls tiefwienerischen Ausdruck, dem vom frühen Manfred Deix mit einer Cartoonserie im FORVM gehuldigt wurde. Der Held der Serie, die von Lada gesponsert wurde, hiess - wir ahnen es: Futkarli. Die Serie selbst - wir ahnen es abermals: "Futkarlis Abenteuer". Auch Deix' Futkarli hatte den Alukampl in der hinteren Hosentasche stecken. Ob auch er spuckte, daran kann nicht mehr erinnern.
Wir holen Dich da raus ::: Vati wäscht sehr

Sujet Nr. 3b meiner Plakat- und Inseratenkampagne
"Wir holen Dich da raus..." für den Falter.
16-Bogen-Plakat für die Summerstage Wien.
Version mit zusätzlichen Einfamilienhäusern.
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Falter goes gefängnislose Gesellschaft: Das Sujet
mit dem autowaschenden Niederösterreicher
wurde ausgerechnet vor der berüchtigten
"Liesl" plakatiert.
Vor dem Polizeigefangenenhaus
verspricht der Falter:
"Wir holen Dich da raus."
Wir holen Dich da raus ::: Vati wäscht

Sujet Nr. 3 meiner Plakat- und Inseratenkampagne
"Wir holen Dich da raus..." für den Falter.
Wir holen Dich da raus ::: Sauberspritzen

Sujets Nr. 3cd meiner Plakat- und Inseratenkampagne
"Wir holen Dich da raus..." für den Falter.
Skizzen für Sujet 3, nicht erschienen.
Version links: "Too Seventies"
Version rechts: "Zu lieb."
Wir holen Dich da raus ::: Muttis Küche

Sujet Nr. 2 meiner Plakat- und Inseratenkampagne
"Wir holen Dich da raus..." für den Falter.
Wir holen Dich da raus ::: Opernball

Sujet Nr. 2a meiner Plakat- und Inseratenkampagne
"Wir holen Dich da raus..." für den Falter.
Noch nicht erschienen.
Wir holen Dich da raus ::: Der Besuch

Sujet Nr. 1 meiner Plakat- und Inseratenkampagne
"Wir holen Dich da raus..." für den Falter.
Knecht und ich gehen fort
Dieser Text stammt von meiner lieben Freundin und Kollegin Doris Knecht. Den schrieb sie für den Falter, für Ihre dortige Wieder-Kolumnier-Posteriere. Im Laufe des Abends, den wir gemeinsam beim Protsetsongcontest zubrachten, sollte ich Rocko Schamoni küssen. Im Vorübergehen, ohne zu wissen, wer das war.
Doris Knecht
Bitte halts Maul
Erschienen in "Falter" Nr. 10/05 vom 09.03.2005 Seite: 14
Doktor Ostbahn hat einmal gesagt, es sei nie zu spät für eine glückliche Jugend, ein betörender und überaus unzutreffender Satz, wie ich weiß, seit ich Kinder habe. Solange die Kinder eine glückliche Jugend haben, hat Mutter nämlich keine, muss sich also anderer Weisheiten bedienen, etwa dieser: Es ist nie zu früh für einen Gin Tonic. Oder etwas Sekt. Oder sonst Alkohol.
Auf dieser Grundlage verging kürzlich ein Abend im Rabenhof sehr vergnüglich, außerdem war Blumenau da. Bedauerlicherweise habe ich zu später Stunde einen Kulturstadtrat spontan geduzt, der verduzte Kulturstadtrat duzte zurück, und das lässt sich nun vermutlich nicht mehr rückgängig machen, ohne dass alles noch peinlicher wird als eh schon.
Ich rechtfertige erstens mein Fehlverhalten mit übermäßigem Alkoholkonsum, zweitens den Alkoholkonsum damit, dass ich als berufstätige Mutter zweier Kleinkinder sonst nicht viel zu lachen habe. Jetzt mal außer beim Vorlesen des "Grüffelo"-Bilderbuches, aber auch da zeigt mein Frohsinn nach der 94. Lektüre leicht abnehmende Tendenz. Da kommt ein bisschen Alkohol gerade recht. Auch meine schwangere Freundin Lotte, die sich gerade im Stadium hormonbedingter Totalidealisierung von Mutter-Kind-Beziehungen befindet, wird das schneller lernen, als ihr Kind gugu sagen kann.
Ein paar Flaschen "Roter-Oktober"-Bier waren beim Protest-Song-Contest also meine besten Freunde, neben Fräulein Dusl und Herrn Blumenau. Wobei ich während meiner Tätigkeit als Jurorin eher mäßig, anschließend extrem tüchtig trank, was, wie ich befürchte, nicht nur dem Kulturstadtrat auffiel, sondern auch Rocko Schamoni, der sehr dekorativ in einer Ecke lehnte und dem ich, als er mich ansprach, etwas Geschmeicheltes zurücklallte, ich weiß aber nicht mehr, was. Allerdings ging ich trotz augenscheinlichster Besoffenheit nicht so weit wie meine geschätzte Kollegin Andrea Dusl, die zum Schluss der Siegerband den Siegerpreis klaute, und das völlig nüchtern. Zu ihrer Ehrenrettung muss ich aber anführen, dass sie keine Ahnung hatte, dass es sich bei einem unbeaufsichtigten, fast leeren Karton "Roter Oktober" um den Siegerpokal handelte, und als sie es im Taxi von mir erfuhr, bereute sie sehr, aber zu spät.
Auch ich bereute, nämlich anderntags um halb sieben, und zwar sehr schmerzhaft. Stellen sie sich nur eine völlig verkaterte Mutter zweier total munterer Kleinkinder nach viereinhalb Stunden Schlaf vor, mehr brauchen sie nicht zu wissen. Um halb zwölf trafen wir Sedlacek zum Frühstück in der Kunsthalle, da schaut der mich an und fängt dann an zu singen, jahaaa, es ist niiiiiiiie zu späääät für eine glückliche Juuuugend, und ich sage, sehr schön, Sedlacek, und jetzt halts Maul und bestell Prosecco.
metaphysics ::: Gesund
Erschienen in .copy 22 i.e. 03/2005
Das Wort "gesund" beschreibt den psychischen und physischen Zustand des Nicht-Krankseins. Was und wie "gesund" ist, und wie es sich anfühlt, wissen die meisten von uns. Aber woher kommt das seltsame Wort? Ausgerechnet der Begriff mit dem positiven Image klingt es so ähnlich wie die "Sünde". Sollte Gesundheit und Sünde mehr gemein haben als eine Silbe?
Gesundheit wird allgemein definiert als die Abwesenheit von Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert sie als Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Auch gutes Wetter dürfte dem Wohlbefinden nicht untunlich sein. So schön sie ist, die Definition der WHO krankt hinter der schönen Fassade. Das Fehlen physischer, psychischer und sozialer Obstakel stellt einen, mit den bescheidenen Mitteln des Diesseits kaum erreichbaren Idealzustand dar. Eher müssen wir davon ausgehen, dass kein Mensch wirklich gesund ist und daher das extrem hehre Ziel der WHO ("Gesundheit für alle") alle Anzeichen einer Illusion haben dürfte.
Für uns Einzelne, von der WHO Besorgte wird das Phänomen "Gesundheit" erst bei Krankheit oder mit zunehmenden Alter spürbar. Oder richtiger gesagt: Nicht mehr spürbar. Dem Wiederherstellen oder zumindest Annähern des Idealzustand "Gesundheit" widmet sich seit der Steinzeit (und vermutlich seit Anbeginn der Menschheit) eine ganze Industrie. Heute wird in den hochindustrialisierten Gesellschaften des Westens jeder zehnte Euro für Gesundheit, beziehungsweise für die Massnahmen ausgegeben, die ihr Fehlen nach sich ziehen.
Die Förderung und Erhaltung der Gesundheit erfordert geringe finanzielle Mittel. Teuer und in unserer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Welt vorherrschend ist dagegen ist die kurative Medizin, der Versuch also, Gesundheit wiederherzustellen. In der Antike war das genau umgekert. Wer es sich leisten konnte, gab Unsummen dafür aus, eben nicht krank zu werden. (Wer es sich nicht leisten konnte, ging zumindest in die Therme.) Ging die Gesundheit trotz ärztlicher Kunst dennoch verloren, war auch ein hochbezahlter Arzt seinen Job los.
Was und wie gesund ist, und wie es sich anfühlt, dürfte den meisten von uns bekannt sein. Woher aber kommt das Wort selbst?
Eine seltsame Koinzidenz findet sich beim Stochern in den etymologischen Wurzeln des Wortes "Gesund". Es kommt von einem indoeuropäischen "sunto", "suento" und bedeutet schlicht "gesund sein", "rüstig sein". Ausgerechnet dieses Wort, dessen Bedeutung positiver nicht sein könnte, klingt verdammt ähnlich, wenn nicht gleich wie das Wort "Sünde", im althochdeutschen noch "sunta" ausgesprochen.
Wenn zwei Worte gleich klingen, liegt der Verdacht nahe, dass sie ein und dasselbe bezeichnen. Die Frage ist nun, ob einst die Gesundheit sündig war, oder die Sünde gesund. Die Antwort ist so umoralisch wie wahr: Beides. Graben wir bei der "Sünde" noch tiefer im etymologischen Myzel, als eben noch bei der "Gesundheit" stossen wir auf das altinidsche "sánt", das soviel bedeutet wie "wahr", "gut", "seiend". Seiend. Ob wir gut sind, darüber lässt sich streiten, wahr sind wir, je nach philosophischer Betrachtungsrichtung schon eher, "Seiend" sind wir fast sicher. Über viele Bedeutungsumwege hat sich das Seiende, das Sunde zum Getanen, zur Tat gewandelt. Von der Tat zur strafwürdigen Tat und von der zur Schuld waren es dann nur mehr kleine Schritte in Richtung "sunta", Sünde, jenem germanischen Rechtsausdruck, den die Kirchensprache zur Übersetzung des lateinischen "pecccatum" - Vergehen verwenden sollte.
Auf abenteuerliche Weise, wurde also das indoeuropäische Sein, das Gesundsein während der langen Reise Richtung Westen zum Sündigen, ohne dass sich jemand über diese Entführung je grössere Sorgen als die über einen eingerissenen Nagel gemacht haben dürfte.
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Offizielle Seite der WHO, der World Health Organisation
Karl Hörmann über die Sünde im "Lexikon der christlichen Moral"
Artikel über Sünde auf "Schwarzes Netz"
Wikipedia-Artikel über Krankheit
Gesundheitsportal Lifeline
Das ultimative Nachschlagewerk Pschyrembel
Die Schwangere mit den Gummihandschuhen
Liebe Frau Andrea!
Du kennst sicher die 4 runden Bilder in Sraßen-, U.-Bahn, Autobus etc.: Man soll diesen Sitzplatz einer Mutter mit Kind (Kind winkend) einem blinden Herren, einem Herrn mit Krücken und einer Schwangeren anbieten.
Nun Meine Frage: Warum hat die gelbe schwangere Frau Gummihandschuhe an? Kommt sie gerade vom Geschirrspülen oder hat das andere Gründe?
Vielen Dank für Deine Mühe
Wolfgang Nemec
Erstens
Liebe Frau Andrea!
Seit ich studienbedingt vermehrt mit Oberöstereich zu tun habe, lässt mir eines keine Ruhe: Wieso sprechen manchen meiner Linzer ProfessorInnen Datumsangaben in einer Permanenz und einem Selbstbewustsein, die einen Irrtum ausschließen lassen, etwa als "fünftens zweite" (für 5.2.) oder "drittens siebente" (für den 3. Juli) aus? Ich habe achtzehn Jahre in Kärnten und seither acht Jahre in Wien verbracht, aber bei dieser sprachlichen Variante bin ich ratlos. Bitte leisten Sie Aufklärung!
Mit den besten Grüßen,
Katarina Rohsmann, Neulerchenfeld
Adios EU-Verfassung

Mit signifikanten Mehrheiten haben die Bürgerinnen und Bürger Frankreichs
und der Niederlande in den Referenden zur EU-Verfassung mit "Non! bzw. "Nee"
gestimmt. Eine Verfassung, die sich dem Diktat der Wirtschaft und der US-gegängelten
Militärs ausliefert, hat in Europa offenbar keine Mehrheit. Und das ist gut so. Im
nächsten Verfassungsentwurf darf getrost sozialer gedacht werden. Auch wenn dies
Auslaufmodell Wolfgang Schüssel über die Hutschnur ginge.
Zu einem Aufsatz von Robert Misik.
Erschienen in Falter 23/2005 vom 8.6.2005
Geheime Tunnels
23er Gries für Jule und Chrisse:
Liebe Frau Andrea, als regelmäßiger U-Bahn Nutzer starre ich lieber in den Tunnel als in die langen Gesichter anderer Fahrgäste. Dabei fallen mir immer wieder Abzweigungen in den Tunnels auf. Wo führen die hin und wer darf sie benützen? Oder sind das gar Vorsichtsmaßnahmen für künftige Regierungsangelobungen? Freundliche Grüße aus dem Karmeliterviertel, Robert Pfeifer
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Lieber Robert, die meisten dieser mysteriösen "Abzweigungen" sind einfache Abstellgleise, die bei Störungen zum Wenden von Zügen benützt werden. Solche “Sondertunnels” gibt es an der U2 zwischen Schottentor und Rathaus, an der U3 zwischen Landstraße und Rochusgasse und an der U6 zwischen Westbahnhof und Burggasse. Etwas verstecktere Abzweigungen gibt es an der U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse, zwischen Westbahnhof und Schweglerstraße, sowie an der U6 zwischen Philadelphiabrücke und Tscherttegasse. Echte Verbindungsgleise zwischen den U-Bahn-Linien gibt es momentan nur zwei: Von der U1 zur U4 (zwischen Stephansplatz und Schwedenplatz in den Tunnel zwischen Rossauer Lände und Schottenring) und von der U3 zur U4 (zwischen Landstraße und Stubentor Richtung Schwedenplatz/Landstraße.) Diese Tunnels liegen allerdings so weit vom Ballhausplatz entfernt, daß sie für Schüsselsche Regierungsangelobungen nicht brauchbar wären - ausser diese fänden statt in der Hofburg in einem rot tapezierten U-Bahn-Waggon im Abstellgleis Volkstheater statt. dusl@falter.at www.comandantina.com
....................
Hier geht's zu Horst Prillingers ausgezeichneter Wiener U-Bahn-Seite.
Good Design ::: Beast at Cold Steel

"Beast" by Tex at Cold Steel San Francisco
Gutes Fahrzeugdesign. Gutes Chopping,
guter Umgang mit der Materialoberfläche.
Exzellente Positionierung im öffentlichen Raum.
Gute Geschichten im Geschäft hinter dem Designobjekt.
Tex At Cold Steel America
"Kick-Ass Custom Tattooing!"
1783 Haight Street, San Francisco, California
415-933-7233
....................
Sehr lesenswert auch die folgende Geschichte aus der Clit-Piercing-Szene, die bei Tex im Studio Cold Steel America in der Hippie-Höchstburg Haight-Ashbury in San Francisco spielt. In dem Tätowierstüberl, das auf dem Bild hinter der Auto "Beast" zu sehen ist. Die Geschichte heisst "Horizontal Hood done at Cold Steel America". Autorin ist Clarknova Clarknova@bme.anon
Horizontal Hood done at Cold Steel America
I'd been considering an inner-labia piercing because I thought it would be beautiful to have some intimate jewelry, shining and gleaming in my beautiful pussy. As I was walking around Haight-Ashbury I walked into a few piercing/tattoo studios just to do a little research (prices, jewelry, healing time, etc). I wasn't intending on getting anything done that day, I just wanted to get my questions answered.
I walked into Cold Steel and was immediately impressed at how nice Michaela was. She answered all my questions in detail and told me about all my genital piercing options. She didn't pressure me at all to get the piercing done then and there, she just answered my questions and even drew diagrams of the various options so I would know exactly what she was talking about. She made me feel very comfortable, and I didn't even feel strange when we went into the piercing room and >>>
>>> I dropped my pants so she could check me out and see what types of piercings my body was suited for. She told me I would be fine for a horizontal hood and she highly recommended it. I then decided that I'd prefer a functional hood piercing over an aesthetic inner labia. I'd never considered a hood piercing before because I always thought it would be extremely painful, but Michaela explained that the hood and inner labia are the same type of tissue, and the pain factor is about the same.
So, because Michaela was so nice and made me feel so comfortable I decided to just get it done then and there. We went back to the front desk so she could help me pick out jewelry (a 14 guage stainless steel captive bead ring with a flame-colored jewel). I was very excited and calm, but when we went into the room to finally go through with the process, I started getting very nervous and a little shaky. She talked me through the whole procedure and spoke very calmly, putting me at ease. She was very professional and changed her latex gloves many times throughout the procedure. Obviously cleanliness and hygiene was high on her list. She's had about 10 years experience as a piercer and knew exactly what she was doing.
So there I was, sitting in the chair with my legs spread, getting more and more nervous, but trying to breathe deeply and stay calm. I didn't want to see what she was doing, so I stared at the wall ahead as she put the clamp on. She told me to take a deep breath and I thought she was still adjusting the clamp when she stabbed the needle in. Boy it hurt! My legs tensed up and I let out my breath hard, I was totally surprised! But then it was over. It only hurt for a few seconds, then all I felt was thrill and exhileration! It actually hurt less than my nosering, which was sore and tender for a lot longer My heart was pounding and I was excited. I looked at my new piercing in the mirror and I thought it was beautiful!
Michaela gave me a sheet of aftercare instructions and explained everything to me carefully. I tried very hard to listen, but I was so light-headed and ecstatic that I barely remember anything she said -- thank goodness everything was written down on the sheet! She also told me of a nearby healthfood store so I could get my zinc (to speed up healing) and my sea salt (for daily soaks).
So I headed out into Haight-Ashbury, feeling totally airy and thrilled! I felt really goofy and giddy and had a hard time paying attention to anything, I just wandered around aimlessly. I was still in some shock from that sudden feeling of pain, but I felt great too. For about half an hour I felt very conscious of the fact that I had something hanging from my clit hood...but it didn't hurt to walk at all.
Now it's about a week later. My hood was tender for a few days (I had to be careful walking up stairs, and I've only been wearing long skirts with no underwear, or very loose-fitting pants), but it's healing wonderfully. I wash with Provon medicated soap once or twice a day, and apply sea salt compresses a few times a day as well. Occasionlly I'll sit wrong or it'll jiggle a bit during sex and it'll hurt for a few seconds, but I know it just needs to heal up more. It's something I have to be very gentle with, but I know once it's healed I can play with full force. I admit it's a bit difficult to masturbate because it's such a new piercing and it's still a little tender, but in a week or two I should be totally used to it and I'll be able to enjoy it completely! Clarknova Clarknova@bme.anon



