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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Heh und Heinrich
Liebe Frau Andrea, eine Grazerin wurde abgestraft, weil sie einen Polizisten "Kieberer" nannte. Das war in Graz. Verstehen die kein Wienerisch? Ist "Kieberer" überhaupt Wienerisch? Und wieso sagen wir auch "Mistelbacher" zu unseren Ordnungshütern oder "Spinatwachter"? Und warum heisst der "Grüne Heinrich" eigentlich so? Herzlichst Karin F. Knolle, Eichgraben
....................
Liebe Karin, Kieberer ist ein Wort der Wiener Gaunersprache und kommt vom Ausdruck “kibitschen”, besichtigen, bespitzeln. Eine Nebenbedeutung kommt von dem alten Verb kieben, keiben, das wir heute “keifen” aussprechen. Immer gut für Beleidigungen sind die Ausdrücke “G’schmierter” (vom jiddischen Schemirah - Bewachung) und “Putz” (von romani Pust - Spiess, wie ihn die mittelalterlichen Odrnungshüter trugen). Mistelbacher kamen früher tatsächlich aus Mistelbach. Dort gabe es eine, für die Karriereplanung der Landbevölkerung immens attraktive Wiener Polizeischule. Der Grüne Heinrich, scheinbar dem gleichnamigen Roman Gottfried Kellers entnommen, bezeichnet den (früher) grün gestrichenen Polizeitransporter. In Deuschland hiess er Grüne Minna oder Grüner August. Der Ausdruck “Heh” ist ein altes Wort für Polizei und mit dem “Häfen”, dem Gefängnis verwandt. Schönes Vokabular für Streifenpolizisten liegt auch in den Bezeichnungen “Trottoirbeleidiger”, “Gassngjaga”, “Randsteinschwalbe” und “Pflasterhirsch” vor. www.comandantina.com dusl@falter.at
13. Mai 2005 © Andrea Maria Dusl
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Kommentare
in mistelbach wurde während des ersten weltkriegs eine siedlung, mit kleinen cottage-häusern für südtirol-flüchtlinge erbaut. als diese in den frühen zwanziger jahren mistelbach verließen, mietete die wiener polizei diese schnuckeligen häuschen für ihre eigenen leute als sommerurlaubsquartiere. die große anzahl an freunden und helfern erregte derart das interesse der mistelbacher jugend, dass diese massenweise nach wien strömte und sich zu freunden und helfern ausbilden ließ. dadurch kam ein relativ hoher mistelbacher-anteil zustande und führte auch zu der liebevollen bezeichnung "mistelbacher". wobei anzumerken ist, dass sich die mistelbacher "mistelbacher" nicht gerade durch zart- und feinfühligkeit auszeichneten und dadurch zusätzlich einen gewissen ruf genossen.
Andreas Kloner | 19.05.05 14:18
Noch ein Einwand:
Eine Randsteinschwalbe ist zwar ebenfalls eine Dame, die ihr Geld auf der Strasse verdient, aber ihr Stundenlohn ist weitaus höher als der einer Polizistin.Gernot Janda | 19.05.05 16:29



Andreas Kloner | 19.05.05 14:18