Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Liebe Frau Andrea,
ich wollte neulich besonders schlau sein und das Geschlechtssymbol hinter meinen Namen schreiben. Das männliche ist ja anatomisch halbwegs eindeutig. Was aber ist mit dem weiblichen los? Kreuz unter Kreis? Anatomisch ist der Kreis okay. Aber das Kreuz? Ist das eine Kreuzung und steht für Verkehr? Ist es ein christliches Kreuz, ist es Tod und Auferstehung, das X-Chromosom, oder kommt es von der Redewendung "Es ist schon ein Kreuz"? Oder habe ich in der Schule nicht aufgepasst?
Mit freundlichen Grüßen,
Zoltan, Internet
....................
Lieber Zoltan,
ob Sie in der Schule zu gut oder zu schlecht aufgepasst haben, ist im Schatten von Pisa nicht eindeutig zu klären. In der Sache selbst kann ich Ihnen Klarheit verschaffen, sie irren in sämtlichen Punkten fundamental. Weder dürfen wir im maskulinen Symbol einen Schmerbauch mit Erektion erblicken noch im weiblichen christliche, umgangssprachliche oder chromosomale Kreuze. Die beiden Symbole kommen aus der griechischen Mythologie und stehen für Mars und Venus. Der Ring mit dem Pfeil ist Schild und Speer des Kriegsgottes, der Kreis mit dem Kreuz ist der Spiegel der Liebesgöttin, immer an der Reflexion über ihre Schönheit interessiert. Wenn ihnen auch das zu sexistisch erscheint, können sie immer noch zu lexikalischer Taxonomie greifen und f. (femininis) bzw. m. (masculinis) schreiben. Auch "ne utrum" (keines von beiden) kann sich in manchen Situationen durchaus schicken.
Erschienen in: "Falter" Nr. 9/05 vom 02.03.2005 Seite: 71
28. Februar 2005 © Andrea Maria Dusl
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