September 2004
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
Wenn's mal ordentlich tuscht

Wenn's mal ordentlich tuscht ist das sicher
wieder ein arabisches Gedicht gewesen...
Für die Falter-Buchbeilage Oktober 2004
30. September 2004 (0) Comments
Siebensiegelbuch Islamismus

Der Islamismus ist für westliche Intellektuelle
ein Buch mit sieben Siegeln
Für die Falter-Buchbeilage Oktober 2004
30. September 2004 (0) Comments
Burning House

Vladimir Nabokov
Für die Falter-Buchbeilage Oktober 2004
30. September 2004 (0) Comments
Aber Halo!
Liebe Frau Andrea,
der Direktor des Kunsthistorischen Museums, "Hofrat" Seipel, hat mit der Begrüßung "Kaiserliche Hoheit" für Otto Habsburg einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, während dem Österreicher Erwin Karl G. - nach Adoption durch eine Deutsche - mit Bescheid des Wiener Magistrats vom 21.1.2002 der Familienname "Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen" zugewiesen wurde.
Liebe Grüße,
Matthias Fauner, Internet
....................
Lieber Matthias,
den Fall der "Prinzessin Erwin Karl" wollen wir mal als Salzamtschrulle archivieren. Die Anrede für Kaisersohn Otto regelt das Habsburgergesetz vom 3.4.1919, immerhin ein Gesetz im Verfassungsrang. Darin werden Herrscher- und sonstige Vorrechte, darunter auch die Titel des Hauses Habsburg-Lothringen aufgehoben. Auch ohne dieses Gesetz stünde die Verwendung von Adelsprädikaten gemäß § 2 Adelsaufhebungsgesetz unter Strafdrohung. Dr. Otto "von" Habsburg, dem erst 1966 ein österreichischer Reisepass ausgestellt wurde und der 1978 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, absolvierte sein Studium an der Universität Löwen unter dem Namen "Herzog Otto von Bar". Mit der Entfernung vom Thron steigt bei den Habsburgern indes der Sinn für Humor. Hubert Salvator aus der Toskana-Linie hieß nach seinem Schloss in Ybbs-Persenbeug "Schleusen-Hubsi". Ein weiterer Habsburg-Lothringer nannte sich in Verballhornung seines Familiennamens und in Verehrung für sein Auto "Ha-Lo, Ritter von Toyota".
© Andrea Maria Dusl
Erschienen "Falter" Nr. 40/04 vom 29.09.2004 Seite: 71
29. September 2004 (0) Comments
Barolo Forever
Manchmal kommt es anders, als man hofft. Nachfolger des aschfahlen Andreas Unterberger wurde sein aufbrausender Stellvertreter Michael Fleischhacker. Das ist insoferne unerfreulich, als man sich für den Sessel des Presse-Chefredakteurs Hoffnungen auf Christian Seiler machen durfte. Der ehemalige Chefredakteur des profil hatte sich schon blendend um die Geschicke des "TagiMagi", des Magazins des schweizerischen Tages-Anzeiger, gekümmert. Auch das Chefbüro der Kulturzeitschrift du trug sein Türschild. Seit Februar verantwortet er bei der helvetischen Edelgazette Weltwoche die Bereiche Kultur und Gesellschaft. Alle diese hohen Posten konnten uns nicht von seiner Leidenschaft für das Verfassen der fadesten Kolumne der Welt erlösen: der Freizeit Kurier-Glosse "Hund & Herl", der Abenteuer des Seilerhundes Barolo. Die Hoffnungen, ein Megastressjob beim Mutterschiff des Konservativismus könnte das Ende für die Schlabbertölenkolumne bedeuten, haben sich zerschlagen. Die Erlebnisse des Rotweinköters werden uns weiter die Wochenend-Wachheit rauben.
© Andrea Maria Dusl
Erschienen in Falter" Nr. 40/04 vom 29.09.2004 Seite: 17
29. September 2004 (2) Comments
Gates of Hell ::: Cafe Satchmo

Wien, Landstrasse, Salesianergasse
Griechisches Absturzlokal mit dem
rätselhaften Namen "Satchmo".
Sturm.
Und ist das dann Restinasturm?
Und was hätte Louis Armstrong dazu gesagt?
28. September 2004 (0) Comments
Goodbye Salzgries
"Heisse Wiese" - von Perr Heter, Wolfgang Kralicek und Andrea Maria Dusl
"Der Nachruf auf das Café Salzgries gehört jedenfalls zu den Dingen, die ich mir gerne in meine verbale Schatzkiste stecken möchte" (Lotte Krisper-Ullyett in ihrem Blog)
[…] Wäre Wien bis auf alle Grundmauern verschwunden und nur dieser Ort geblieben [Anm. eben das zugesperrte Café Salzgries], man hätte die Stadt wiedererrichten können aus den Geschichten, die hier erlebt wurden, aus dem Personal, das es bevölkerte, aus der Sprache, die hier gesprochen wurde. […]
In deinem Paralleluniversum wurde eine Sprache gesprochen, die mit dir verstummen wird. Wo sonst wird man ein „Knochenbad“ oder einen „Fleischtee“ bestellen können, wenn man Rindsuppe essen will? Wo wird man nach dem Fahrplan verlangen, wenn man die Speisekarte begehrt? Wo wird man nach „Gas und Strom“ rufen können, wenn man die Rechnung will? Und wo wird man diese dann mit „Eisenscheinen“ (Münzen) begleichen können? Wo soll die „Gewürzschaukel“ oder auch die „Mineraliensammlung“ (Salz & Pfeffer), der „Depressive“ (Kren), das „Fleischildefonso“ (Lasagne), der „aufgetrennte Pullover“ (Spaghetti) oder die „heisse Wiese“ (Spinat) gereicht werden? Auch exotische Getränke wie der „Kinderfernet mit Gletscher“ (Coca-Cola on the rocks), die „Hochobette“ (großes Obi gespritzt), die „Hofenkaltschale“ (Seidel), das „Astl“ (Zweigelt) oder der „Gießhübl“ (Weißer Spritzer) gehörten in deinen Räumen zum Standardsortiment.
Gehegt und gepflegt haben deine Sprache, die als „Salzgriesisch“ in die Geschichte eingehen wird, „Perr Heter“ (Herr Peter) und eine gleichermaßen eingeschworene wie ausgschamte Stammkundschaft, die sich in hingebungsvoller Treue um ihn scharte. […]
Im Falter 7/04, „Tiefschlag für Wien“, S. 70
28. September 2004 (0) Comments
Absolutismus Galore

Erwin Pröll, Landeshauptmann von Niederösterreich
ist nur einer von vielen Regionalkaisern, die ihr
Bundesland mit absolutistischen Machtgehabe regieren.
Für Falter 40/2004
27. September 2004 (0) Comments
Any Questions?

24. September 2004 (0) Comments
Copy and Paste

Die US-Firma Turnitin unterzieht täglich 10 000 Hausarbeiten einem Originalitätstest
und entlarvt dabei 30 Prozent der eingereichten Texte als Plagiate. 38 Prozent der
US-Studenten geben zu, mit dem copy&paste-Verfahren eine Hausarbeit angefertigt
zu haben. Einiges spricht dafür, dass die Quote in Österreich zumindest nicht
niedriger liegt.
© Andrea Maria Dusl
Gezeichnet für Falters Wissenschaftbeilage "Heureka"
23. September 2004 (0) Comments
Extrawürste
Liebe Frau Andrea,
den Ausdruck Extrawurst kenne ich als Metapher für anmaßende Wünsche und als Bezeichnung für rosafarbene Wasserwurst. War eine der beiden Bedeutungen namengebend für die andere, oder sind sie unabhängig voneinander entstanden? Und da ich schon einmal in der Leitung bin: Warum muss man geschnittene Extrawurst laut Text auf der Verpackung 15 Minuten vor dem Verzehr öffnen?
Liebe Grüße,
Norbert Mottas, St. Valentin
......................
Lieber Norbert,
die beiden Extrawürste haben weder sprachlich noch inhaltlich miteinander zu tun. Die Extrawurst, der sprichwörtlich unerhörte Sonderwunsch, wird gebraten und schriebe sich eigentlich "extra Wurst". Die Chuzpe solch eines Wunsches besteht darin, den natürlichen Überwachungsrhythmus des Wurstbräters durcheinander zu bringen. Das marginale Vergehen gegen die Bratwurst-Etiquette bei deutschen Kirtagen und Volksfesten wurde schließlich sprichwörtlich. Die Extrawurst, die Österreichs Schulkinder vor allem in Semmeln eingelegt wissen, heißt außerhalb Schnitzellands eigentlich "Lyoner". Diese Wurst, deren Ursprünge in der französischen Stadt Lyon liegen, ist außerhalb Österreichs meist in Ringform (bei uns: Kranzl Extra) bekannt. Die Lyoneser Metzger hatten ein spezielles Verfahren entwickelt, um Wursthaut rot zu färben. Warum man geschnittene Extrawurst 15 Minuten vor dem Verzehr öffnen sollte, kann ich nicht beurteilen. Sorgen würde ich mir machen, wenn es umgekehrt wäre.
Erschienen in "Falter" Nr. 39/04 vom 22.09.2004 Seite: 67
22. September 2004 (1) Comments
Little Shop of Hope ::: Goorbopa

Wien, Mittersteiggrund, Schlagbaumgasse
Unsurpassed quality of ghost-shop-logo
"Goorbopa". What the heck is "Goorbopa"?
20. September 2004 (0) Comments
Linux Cities

Die Städte München und Wien wollen sich
von Bill Gates' Micro$oft lossagen und auf
das freie Betriebssystem Linux umsteigen.
Für Falter 39/2004
20. September 2004 (0) Comments
Wann kommt der nächste Schwan?

Für die Wiener Albertina wurden allerlei
Rubensschinken aus der Neuen Welt eingeflogen.
Für Falter 39/2004
19. September 2004 (0) Comments
Cavaliere Corrado

Cavaliere Corrado di Molinalibera
Soirée à Vienne
Abbaye St. Uro
16. September 2004 (0) Comments
Wien ist Weissenberg
Liebe Frau Andrea,
gerade eben war mein Cousin, ein schwedischer Arzt, auf Besuch. In Schweden, dessen Bevölkerung dem Alkohol gegenüber sehr aufgeschlossen ist, hält sich hartnäckig das Gerücht, der Ortsname Wien leite sich vom Wort "Wein" (schwedisch "vin") ab. Mir war das neu. Bitte spenden Sie önologischen Rat!
Mona Jüllig, Leopoldstadt
....................
Liebe Mona,
obwohl die Griechen und Römer gerne und viel Wein tranken, kommen deren Bezeichnungen für Wein, (w)oinos und vinum aus dem Kaukasus, vom georgischen Wort gvino. Als die Römer nach Wien kamen, gab es bereits eine keltische Siedlung. Pragmatisch, wie die Römer waren, nannten sie das Reiterkastell, dessen Ruinen heute unter Teilen des ersten Bezirks liegen, nach diesem Dorf Vindobona. Vielleicht ist das auch Vedunia (Waldbach), dessen sprachlicher Nachhall sich noch im Bezirk Wieden, der dort vorbeimäandernden Wien und der tschechischen Bezeichnung Viden für Wien findet. Vindo und Bona sind keltischen Urprungs. Vindo bedeutet hell, weiß und kommt aus der indoeuropäischen Wurzel, aus der auch video (lat. "ich sehe"), unsere Farbe Weiß, wissen (erkennen), ja sogar das Sanskrit-Wort véda ("ich weiß") kommen. Bona, Bonna (wie die ehemalige Bundeshauptstadt der BRD) ist mit unserem Bau, aber auch mit keltisch Benn (Berg) verwandt. Man könnte also mit einiger Chuzpe behaupten, Wien, das ehemalige Vindobona, hieße etymologisch richtig: Weissenberg.
Andrea Maria Dusl
"Falter" Nr. 38/04 vom 15.09.2004 Seite: 67
15. September 2004 (0) Comments
Blasmusique Viennoise

Wiens Musikschulen sind im Gegensatz zu denen in den
Bundesländern ziemlich am Sand... äh... Rasen.
Für den Falter. Erschienen in Ausgabe 38/2004
13. September 2004 (2) Comments
Gert Jonnys

Die schwedische Seite Omodern - übersetzt "unmodern" - beschäftigt sich
ausgiebig mit farbmutigen skandinavischen Tanzkapellen aus den 70ern.
Boys from my Block ::: Bennylawins

Wer je gerätselt hat, wo Benny und Björn von ABBA den Most holten.
Boys from my Block ::: Garvis

Schön, sehr schön, fast überirdisch schön sind auch Garvis.
Boys from my Block ::: Norrlandspojkarna

Die Nordlandbuben sind top of the pack. Und Inge scheint sowieso eine Wahnsinnsbraut zu sein.
Boys from my Block ::: Tommy Bergs

Die Jungs um Tommy Berg haben den Dreh raus.
Boys from my Block ::: Torlenners

Scharf wie Chillie-Schoten: Die Torlenners.
Boys from my Block ::: Musikanterna

Die Fete kann steigen. Musikanterna är i staden!
Boys from my Block ::: Kjell Brooz

Message an Jim Morrisson und die Doors: "Zieht euch schon mal warm an!"
10. September 2004 (4) Comments
Maschek ::: Plakat
Click to enlarge!
So sieht das Plakat aus, das ich für die geniale Televisonszerstörungstruppe .maschek gestaltet habe.
Sie reden drüber. Über das Fernsehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Immer sind es saubere Plots, clever gesetzte Gags und die ungeheuerliche Absurdität des Original-Bildmaterials, die nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich auf die andere, die Maschekseite führen. Weil es ganz sicher nicht Kabarett ist, woran sich die drei Herren von der anderen Seite abarbeiten, darf mit einiger Sicherheit die These aufgestellt werden, maschek habe mit dem Drüberreden überhaupt ein neues Genre entwickelt. Wenn Fernsehen die Frage war, dann sind maschek die Antwort. Mehr hier: .maschek und natürlich da.

Ulrich Salamun, Peter Hörmanseder, Comandantina, Robert Stachel.
10. September 2004 (0) Comments
Die Knattel
Liebe Frau Andrea,
in meiner kärntnerischen Familie ist das Wort "Knottl" geläufig. Ich selbst habe meine kleine Tochter mit dem Kosenamen "Knottele" bedacht. Recherchen in meiner Familie haben ergeben, dass "Knottl" ein liebevoller Tadel ist. Als Opfer dieser linguistischen Einmaligkeit und als Täterin von "Knottele" bin ich auf kundige Hilfe angewiesen, um aus dem assoziativen Labyrinth zwischen "Knoten", "Knödel" und "Knuddeln" den Weg aufzuspüren, der mir die Sicherheit gibt, meine Tochter zumindest nicht zu beleidigen. Vielen Dank und herzliche Grüße,
Heide Theurnia, Salzburg
....................
Liebe Heide,
ich entsinne mich, den Ausdruck von Armin Assinger, dem Heinz Conrads der Karantanistik, zu kennen. Bei ihm klang "Knottl" wie ein kärntnerisch ausgesprochenes "Knattel". Assinger hat nun nicht kleine Knoten oder Knödel und auch kein knuddeliges Mädchen gemeint, sondern ein handfestes Wesen, die andernorts "Gattin" genannte bessere Hälfte eines Kärntners. Knottl ist auch ganz sicher nicht der "Knüttel" (Knüppel), denn den sprechen die Kärntner "Knittl" aus. Von allen Deutungsversuchen leuchtet mir der ein, der in "Knattel" ein verballhorntes kirchenbuch-lateinisches cognatus, abgekürzt "cognat." zu sehen. Cognatus (weibl.: cognata) bezeichnet Blutsverwandtschaft aus der mütterlichen Linie. Eine Beziehung, die zwischen Ihnen und Ihrer kleinen Tochter zweifellos vorliegen dürfte.
Andrea Maria Dusl
Erschienen in "Falter" Nr. 37/04 vom 08.09.2004 Seite: 59
8. September 2004 (1) Comments
Little Shop of Hope ::: Pumpen Triesterstrasse

Tristesse Triesterstrasse.
Wien, Southend.
7. September 2004 (0) Comments
Andrea Maria Dusl Posted
1. September 2004 (0) Comments
Datum

Klaus Stimeder und Hannes Weyringer machen das aufs Sofa gelegteste Magazin des Landes. Ruhig, unaufgeregt, flappenlos, selbstgestrickt. Datum ist der Gegenentwurf zur schreienden Aufgespiced-heit der Fellner-Brüder-Heftln. Das erste Magazin seit 25 Jahren, das kein Wegwerfprodukt ist. Das Bobo-Profil.
1. September 2004 (1) Comments
Ivo Djuvec

Ivo Djuvec
Opel Astra 93
getuned 200 PS
Null auf Hundert
bevor Du kannst Du
"was geht ab" sagen.
Sebring Pfeifen,
Recaro Liegen,
Pirelli Patscherl,
Fussbodenheizung.
Styling by Ivo.
1. September 2004 (8) Comments
Good Medal is Gold Medal

Österreichs Fernsehsportreporter haben das dicke Buch der olympischen Legenden erschöpft und dankbar wieder zugeklappt. Getragen waren die Spiele im "Mutterland des Sports" vom pathetischen Tenor des Patriotismus. Dabei sein ist gut, besser aber ist gewinnen. Und gewinnen bei Olympia heißt Medaille.
Gleich zwei solcher Medaillen erschwamm uns der "sympathische" Markus Rogan. Augenblicklich wurde er zum Held des Jahrhunderts ausgerufen.
Kaum hatte allerdings die ebenso “bescheidene” Beuteaustralierin Katie Allen Gold errungen, war es aus mit der Markus-Rogan-Heiligen-Verehrung.
Und als dann waschechte Österreicher Gold ersegelten, verblasste auch diese Heldentat. Waschechtechtes Gold ist eben waschechtes Gold!
Und für den Fall, dass mal in einer Disziplin Medaillen ausser Reichweite heimischer Sportler liegen - der Regelfall also - gibt es für den waschechten Fernsehsportreporter immer noch Boxen. Tiefste, medaillenlose Zuneigung empfindet die österreichische Fernsehsportreportage seit Anbeginn ihres Wirkens eigentlich nur für das Boxen.
© Andrea Maria Dusl
Erschienen im "Falter" Nr. 36/04 vom 01.09.2004 Seite: 16
1. September 2004 (4) Comments
Wovor Frank Schirrmacher Angst hat

Illustration eines fiktiven Falter-Interviews Klaus Nüchterns mit
dem Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher.
Erschienen in Falter 36/04. Die Antworten des Interviewten (hier bald zu lesen) sind wörtliche Zitate aus dem Buch: Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott. Blessing. München. 2004. HC mit SU. 220 S.
1. September 2004 (0) Comments
Der irre Ire
Liebe Frau Andrea,
sonntags lag ich friedlich auf meiner Couch und verfolgte den olympischen Marathon, als ein seltsamer Mann in orangem Minirock auf die Straße hüpfte und den momentan führenden Brasilianer Vanderlei de Lima attackierte. Kurz darauf sah man Bilder des gleichen Rumpelstilzchens beim Grand Prix in Silverstone. Wer ist der seltsame Typ?
Liebe Grüße, Marion Pauser, Leopoldstadt
...................
Liebe Marion,
es sollte ausgerechnet ein christlicher Fundamentalist sein, der den einzigen terroristischen Akt dieser Olympischen Spiele setzte - sieht man von dem Kanadier ab, der während des Synchronspringens der Männer im Tutu ins Becken sprang. Der Mann, der den Brasilianer fünf Kilometer vor dem Ziel ansprang und damit wohl der Goldmedaille beraubte, ist der 57-jährige katholische Priester Neil Horan, Autor des Buches A Glorious New World Very Soon To Come. Pater Cornelius wurde als zweitältestes von 13 Kindern im irischen Nest Knockeenahone in der Grafschaft Kerry geboren und hat seine apostolische Laufbahn mit psychatrischen Auffälligkeiten gepflastert. Sein Kostüm - oranger Kilt, grüne Weste und grüne Kniestrümpfe sowie eine Tam-o’Shanter-Schottenmütze - komplettierte ein am Rücken angebrachtes Transparent mit der kruden Endzeitbotschaft: "The Grand Prix priest. Israel fulfillment of prophecy says the bible, the second coming is near". Im Athener Polizeigefängnis wartet der Pater jetzt weiter auf das das zweite Kommen des Messias.
© Andrea Maria Dusl
Erschienen in "Falter" Nr. 36/04 vom 01.09.2004 Seite: 59
1. September 2004 (0) Comments



