Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Liebe Frau Andrea!
Sie kennen sicher die kleinen Kästchen, die an den Ampelmasten mancher Wiener Fussgänger-/Radwegübergänge angebracht sind. Perfide kleine Hinweisschilder verlocken Wartende zum Antappen der berührungssensitven Metalldrücker.
Wenn ich bei Rot zu solch einer Ampel komme und um Grün andrücke, passiert immer das Gleiche: Nämlich garnichts. Völlig egal, ob ich einmal drücke, zweimal, oder dauerklingle. Sind diese Dinger Attrappen oder mache ich irgendetwas falsch? Mit verzweifelten Grüßen,
Manfred, Internet
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Lieber Manfred,
Stadtpessimisten neigen zur Theorie, die Administratoren des Wiener Verkehrs hätten aus psychologischen Gründen Placebokästchen aufgestellt, um den grossen Verkehrsfluss-Masterplan nicht durcheinander zu bringen. Nach dieser Theorie hätte das Drücken für Grün ähnliche Hintergründe wie das Essen an Bord von Verkehrsflugzeugen: Passanten und Passagiere nämlich vom allzu frequenten Herumgehen abzuhalten. Tatsächlich funktionieren die Ampeldrücker. Sie kumulieren die Grünanfragen von Fussgängern und Radlern und werfen sie in eine statistisch Waagschale gegen den Verkehrsfluss der Autos. Bei vielbefahrenen Strassen kann das zum Godot’sches Unterfangen werden. Sie können die Ampeln aber mit einem simplen Trick überlisten: Drücken sie in regelmässigen Abständen, deren Intervall etwa so lange sein muss, dass einem Druckimpuls immer ein Piepsen folgt. Ich garantiere Ihnen raschestes Grün auch gegen stärkste Verkehrsströme!
Fragen Sie Frau Andrea” gibt es auch als supriges Falter-Buch! dusl@falter.at
5. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl
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