Spass mit Lustig

Für Christopher Wurmdobler, Herrn Tomtschek und die ganze liebe H.A.P.P.Y. - Bande.

Ich muss gestehen, dass ich sehr gerne, als ich mit Spaßmachen angefangen habe, ins Niedermeier in Wien wollte. Aber im Leben ist es oft anders, ich hab meinen späteren ersten Boyfriend kennen gelernt und es dann auch mit ihm gemacht. Er hat mich sozusagen dann davon abgehalten, nach dem Ausdenken der ersten Gags wegzugehen. Benita Komikerin.jpgIch wollte lieber bleiben und habe da eine Betätigung gesucht, die ebenfalls meinem Wunsch, mit dem Ausland zu tun zu haben, gerecht würde und habe dann in der deutschen Comedy-Industrie angeheuert.

Die Welt kennen gelernt

Ich habe gesehen, wie hochinteressant Lustigsein ist, wurde dann nach den ersten Lehrjahren Gagschreiberin und habe vor allem in Baden-Württemberg, aber auch in Köln und Franken, für unsere Truppe erfolgreich Auftritte gecheckt. Dadurch konnte ich natürlich meine Gags anwenden und weiter entwickeln. Und ich habe gesehen, dass sich der Kontakt mit Menschen gleichzeitig auch für den Publikumserfolg umsetzen lässt – und damit auch für mich!

Das Selbstverständnis der Komikerin im Wandel

Ich denke, die Siebziger hatten eine große Bedeutung, denn ich war ja auch eine der ersten Witzeverschickerinnen. Ich meine, das war ja damals erstaunlich! Normalerweise waren die Frauen Verkäuferinnen - und vielleicht dann Friseusen. Aber dass eine Frau dann selber einen Witzeausdenkerjob ausübt, das war damals sehr, sehr selten.

Ich habe das nur deswegen als selbstverständlich hingenommen, weil ich sehr jung war, nämlich erst 23, als ich begonnen hatte. Mit ungefähr 25 war ich schon >>>

>>> Gagverschickerin. Auch weil ich gedacht habe, man kann über alles lachen. Man hat Witze gelernt, man hat sich vorbereitet, und jetzt kann man eigentlich alles machen!

Aber ich denke, dass mir diese langsame Entwicklung der Komikerin ganz deutlich wurde, als mich der damalige Comedyformat-Ausdenker, dem ich mich eben als seine neue Assistentin vorgestellt hatte, fragte: „Na ja, Sie haben einen Boyfriend, Sie wollen es mit ihm machen, jetzt wollen Sie wahrscheinlich auch Partnertausch?“ Ich habe gesagt, momentan hätten wir kein Interesse, es sei zu früh. Er würde keine Angst haben müssen, dass ich gleich wieder „ausfallen“ würde.

Es war damals sehr, sehr wichtig, denn man wollte den Komikerinnen noch sehr wenig Chancen geben. Dann hatte ich aber die Hürde übersprungen, und die anderen haben gemerkt, dass „die Neue“ das eigentlich sehr gut macht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann auch schon in ganz Bayern und Hessen Witzkontakte geknüpft.

Geschichte erlebt

Ich kann mich nur indirekt an die unlustige Zeit erinnern, weil wir es in Salzburg eigentlich relativ gut getroffen hatten. Ich weiß nur, dass meine Mutter immer gesagt hatte, dass ernste Leute im Grunde genommen sehr großzügig wären. So wurde uns, als ich ein Baby war, Witzezeichnungen und andere lustige Sachen von den ernsten Leuten zur Verfügung gestellt. Diese Witze waren damals nur sehr schwierig zu bekommen. Für mich waren das natürlich eher positive Eindrücke.

Der erste Witz

Der erste Witz ist in der Geschichte meiner Kindheit ein prägendes Erlebnis gewesen. Mein Vater hat mich darauf hingewiesen, wie wichtig dieser Tag ist! Ich war sieben Jahre alt, und ich erinnere mich noch genau, wie ich vor diesem alten Radio, das wir damals hatten, auf einem hohen Stuhl saß und wirklich jene eindrucksvollen Ereignisse nach der Kabarettaufführung im Simpl verfolgt hatte: „Österreich ist lustig!“ Das hat mich innerlich schon enorm getroffen.

Humor

Ich würde auch sagen, dass mein Humor aus dieser Zeit stammt. Auch mein Vater war ein großer Ablacher. Und diese freie, diese unabhängige Spaßkultur war bei uns zu Hause ein sehr wichtiges Thema.

Die große Liebe

Meinen Boyfriend lernte ich durch Zufall kennen! Ich war erst kurz in Wien und hatte zufällig meine Eltern zu Besuch. Gleichzeitig hatte mich eine Bekannte, die ich aus meiner Düsseldorfer Zeit kannte, die jetzt auch in Wien arbeitete, zu einem Kabarettbesuch und dann zum Abhotten eingeladen.

Benita und Schatz.jpgIch kann mich noch gut erinnern, es war „Fredl Fesl“ und dann eben die Fete. Beim „Fredl-Fesl-Abend“ waren wir nur eine kleine Gruppe. Aber dann beim Abhotten waren es mehr. Unter den vielen Menschen, mit denen ich dort gesprochen hatte, befand sich u. a. auch mein heutiger Boyfriend. Er hat sich mir äußerst cool vorgestellt und hat dann in allen Sprachen versucht, mit mir ins Gespräch zu kommen.

Eine sehr tiefe Freundschaft

Nur hatte ich leider ausgerechnet an dem Tag das Pech, dass mein Vater ein Problem mit seiner Prothese hatte und mich deswegen bat, mit ihm möglichst bald nach Hause zu gehen. Da habe ich mir gedacht: „Gerade jetzt, wo ich mich gerade wohl fühle, jetzt muss ich wieder gehen!“ Aber: Jene Dinge, die etwas werden sollen, werden auch irgendwann Wirklichkeit.

Und wir haben uns dann so ganz langsam hin und wieder wieder gesehen, sind miteinander ins Flex gegangen, haben viel Bier getrunken und so hat sich langsam eine sehr tiefe Freundschaft entwickelt. Es kam dann der Punkt, an dem wir beide überlegten, ob wir nicht immer zusammen bleiben würden, was aber natürlich sehr schwierig war. Er war Plattenaufleger, ein spanischer Student, ich andererseits Witzepipsi, österreichische Hauptschülerin, wie kann so etwas gehen? Noch dazu war ich in Gedanken ... Der ganz erste Boyfriend ist abgehauen – das ist ja etwas, was ich erst verdauen musste und keineswegs einfach.

Mein jetziger Schnuckel lebte getrennt von seiner Freundin, musste ihr das mit mir jedoch erst verklickern, und das war auch alles nicht sehr einfach. Mein Boyfriend hatte ja zwei Jobs, die er damals schon ungefähr neun und elf Jahre machte. Es war nicht einfach, zu den Jobs Vertrauen aufzubauen. Als ich dann Februar 1993 nach Wien zurück musste, da hatten wir eigentlich schon ausgemacht, dass mein Boyfriend, sobald seine Tapasbude dicht machte, das wäre im Juni 1993 gewesen, nachkommen würde.

Die große Sause

Es war mir immer ein Anliegen, meinen ersten Boyfriend ganz zu vergessen. Als er damals abhaute, da ging mir das noch so nahe. Und jetzt – nach langer Zeit – geht man die Dinge wieder ganz anders an. Ich bin eine funky Braut, und es war mir ein Anliegen, das zu festigen. Seit zwei Jahren habe ich mir das alles immer wieder von der Seele geredet. Sehr spät im Herbst habe ich davon erfahren, dass das lange Traurigsein, das in Salzburg und in Wien in mir ablief, nun für mich positiv abgeschlossen war. Da beschlossen mein Honey, der ja nur so unausgeprochen mit mir zusammen war, und ich, die große Sause nachzuholen.

Die Ausbildung

Ich denke, es hat mich immer schon interessiert, für Menschen da zu sein. Überhaupt haben mich Menschen immer fasziniert. Und da lag es eigentlich nahe, auch für Menschen zu arbeiten, den Menschen zu helfen.

Weichenstellung

Bei der Hauptschulabschlussfeier stellte mir eine Zeichenfachlehrerin, die ich sehr schätzte, die Frage: „Na, was willst du jetzt machen?“ Ich habe ihr geantwortet: „Ich werde Friseurin lernen, und zwar in Wien!“ Ich hatte sogar schon ein kleines Zimmer zum Lehrbeginn, irgendwo weit draußen im Wienerwald. Und dann hat sie gesagt: „Geh, du bist doch die geborene Spaßnudel.“

Und das hat unheimlich gesessen! Deshalb gesessen, weil ich natürlich immer schon einen Hang zum Happysein hatte. Warum? Ich hatte eine Tante, meine große Tante Elsa, die sehr viel im Ausland gewesen ist, in Deuschland und jahrelang auch in der Steiermark. Sie hat blendend Hochdeutsch und natürlich ausgezeichnet Dialekt gesprochen. Es hat mich als Kind einfach begeistert, mit ihr sofort immer ein bisschen Hochdeutsch und Dialekt zu üben. Sie hat das auch sehr gefördert. Daher stammt, so bin ich mir sicher, meine Liebe zu fremden Witzen und alles, was mit fremden Gags zu tun hat.

Ich bin auch zweimal zu ihr auf Urlaub gefahren. Ich habe dort im Sommer, da war ich fast zwei Monate dort, steirische Witze gelernt. Das heißt, die Faszination war geweckt, und die wird mich auch nie verlassen. Daher auch meine Liebe zu Witzen, Karikaturen, zum Kabarett.
„Papa, weißt du was – ich werde Gagschreiberin!“ All das hat meine Fachlehrerin offensichtlich erkannt - da konnte ich irgendwie nicht nein sagen und habe meinen Vater nach kurzer Überlegung konfrontiert: „Du, weißt du was? Ich werde Gagschreiberin!“ Und nach kurzer Zeit war er einverstanden. Nun musste ich dazu Gags tüfteln in Salzburg. Das habe ich dann sehr gerne gemacht, damit blieb ich auch zu Hause. Das war natürlich wieder sozusagen ein „Bonbon“ für die Eltern, die über diesen Umstand sehr glücklich waren! Und mein Vater, der sehr streng gewesen war, hat ab da eigentlich begonnen, mir sehr viel mehr Freiheit zu geben. Wir waren immer eine sehr nette Gruppe von Gagausdenkern und Witzeerzählern, die nach Salzburg in die Fußgängerzone oder in die verschiedenen Studentenlokale und dann in das Haus der Begegnung fuhren. Daraus haben sich Freundschaften entwickelt, die auch heute noch bestehen. Mit dem Gagausdenken habe ich dann sehr schnell mit 22 Jahren aufgehört.

Im Kabarett

Meine Karriere im österreichischen Humor hat im Mai 1995 begonnen. Im Kabarett Vranitzky wurde ich Gagschreiberin für politische Witze. Am 4. Februar 2000 wurde ich im Kabarett Schüssel I als Spezialistin für ausländische Gags eingesetzt, wegen des großen Publikumserfolges natürlich auch 2003 im Kabarett Schüssel II.

Mein Lachstil

Ich glaube, ich verfolge einen relativ soliden Lachstil - vor allem im Privatbereich. Das ist deswegen so, weil ich mir auch selber alles erarbeitet habe, und auch das möchte ich immer so halten.
Es ist wichtig, dass Lachen zählt: Wenn jemand einen guten Lacher bringt, dann soll er auch dafür anständig Applaus bekommen. Das ist, so glaube ich, eine gute Einstellung. Auch eine Einstellung, die mir mit ihrem Optimismus und mit ihrer Selbstverständlichkeit gerade in Baden-Württemberg gut gefallen hat.

Menschlichkeit

Bei all dem darf man auch die Menschlichkeit nicht aus den Augen verlieren. Ich war ja im Zuge meiner Arbeit in Fuschl im Salzkammergut – dort gibt es erschütternde Humorlosigkeit und erschütternd fade Menschen. Du musstest irgendwie versuchen, immer einen zu finden, dem du es gibst, du hast sozusagen einen Humortauben für dich auserkoren, dem du einen Gag verkaufen möchtest. Und das habe ich auch hier eigentlich beibehalten. Ich hab immer ein, zwei Menschen, denen ich
gerne Witze reindrücke – ganz bewusst, also abgesehen von den allgemeinen regulären Auftritten.

© Andrea Maria Dusl 2004
Idee: Benita Ferrero-Waldner
(Source: BFW-Kandidatenweblog zur Bundespräsidentenwahl 2004)


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Ich von A bis Z

Astrologie Sternzeichen Jungfrau, Assistent Wassermann.

Beruf An meinem Beruf schätze ich die Möglichkeit, Witze über Österreich und seine Menschen zu machen, die Kabarettkultur aktiv zu gestalten und mit faszinierenden Spaßmachern aus allen Richtungen zu arbeiten.

Chic Die Kostüme, die ich trage und teilweise auch selbst mit meiner Schneiderin „entwerfe“, sind klassisch-lustig, aber mit starken Farben. Ich wähle sie oft nicht so sehr nach dem Sketch, sondern nach der Farbe aus.

Devise Grundvoraussetzung für eine Kabarettistin ist es, andere Witze gut zu finden und sich selber welche auszudenken.

Entspannung Ich gönne mir jeden Tag 5 bis 10 Minuten Ruhe und versuche, an etwas Tragisches zu denken.

Frühstück Fällt meistens aus, ich trinke nur einen Tee. Außer am Wochenende, da kommen Rühreier, Joghurt und Grapefruitsaft auf den Tisch.

Glück Daran arbeite ich noch, ich bin ziemlich ungeduldig.

H.A.P.P.Y Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen. Ich habe z. B. sehr gerne Humor – auch über mich selbst.

Ideale Ich bin eine Gagfanatikerin, ich werde immer gegen Pointenlosigkeit ankämpfen.
Jugend Unsere Jugend ist das größte Kapital, das wir haben. Wir müssen ihr nur Spaß geben.

Küche Ich bevorzuge leichte mediterrane Gerichte, die ich auch oft selbst koche.

Luxus Luxus ist für mich der größte Luxus.

Mein Mann Er ist großzügig und verständnisvoll – er gibt mir in schwierigen Zeiten Halt und unterstützt mich uneingeschränkt.

Niedermeier Will ich jetzt nicht soviel dazu sagen.

Otto Schenk Mein großes Vorbild. Von einem Mann, der 30 Jahre in der Josefstadt war und nachher noch lachen kann, kann man humortechnisch unheimlich viel lernen.

Österreich „Wenn dein Land dich ruft, dann musst du gehen“ – deshalb bin ich 1995 von meinem spannenden Auftritten in Hessen und Oberfranken nach Österreich zurückgekehrt.

Persönlichkeit Meine Persönlichkeit lege ich nicht ab – es werden sich ja so und so immer Kritiker finden.

Rassismus Ich kämpfe dafür, dass Rassismus und Fremdenhass in unserem Land keinen Platz haben.

Spanien Die Heimat meines Boyfriends. Ich liebe das Meer, die Sonne, die Schönheit der Landschaft und die Witze der Menschen.

Toleranz Grundlage für jede Art von Gagmachen ist es, Verständnis für gutes Witzematerial aufzubringen und zuhören zu können.

Umfragen Verantwortungsvolle Komik darf nicht auf Lacher aus sein!

Vorurteile Als Frau, noch dazu als erste Witzeausdenkerin, muss man leider immer noch gegen unterschwellige und zum Teil offen vorhandene Vorurteile ankämpfen.

Wecker Der klingelt meist schon um elf Uhr früh – ohne Wecker würde es mir schwer fallen, so zeitig aufzustehen.

Yoga Hilft mir, hin und wieder abzuschalten.

Zukunft Ich möchte vor allem witzig bleiben und irgendwann einmal wieder mehr Zeit für mich, meinen Boyfriend und mein H.A.P.P.Y haben.

© Andrea Maria Dusl 2004
Idee: Benita Ferrero-Waldner
(Source: BFW-Kandidatenweblog zur Bundespräsidentenwahl 2004)

Erschienen im H.A.P.P.Y.-Buch: HAARE AM PO PO, YEAH!
Czernin, Wien 2004
ISBN: 3707601978
Amazon: HAARE AM PO PO, YEAH!

29. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments (0) Pings




Nickkunde

Bulgarien-Rosen.jpgLiebe Frau Andrea,

ich war gerade eine Woche in Bulgarien, dabei ist mir Folgendes aufgefallen: Die Bulgaren nicken wenn sie Nein sagen, heftig den Kopf schütteln bedeutet Ja. Haben die Bulgaren in der Schöpfungsstunde "nonverbale Ausdrucksweisen" gefehlt? Woher kommt diese Eigenheit, und sind sie die Einzigen? Müssen sie im Zuge des Beitritts zur EU umlernen?

Grüße aus 1060, Wolfgang

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Lieber Wolfgang,

wir müssen uns im Falle eines bulgarischen EU-Beitritts keine Sorgen um neues Gestikvokabular machen. Die Bulgaren sind nämlich nicht die einzigen Südländer mit einer gespiegelten Ja-Nein-Mimik. Auch Griechen und Süditaliener nicken mit dem Kopf, wenn sie Nein sagen und schwenken ihn in Wellenbewegungen von rechts nach links und zurück, wenn sie Ja meinen. Bulgaren nicken allerdings bei einem Nein nie nach unten, sondern immer nach oben. Gleichzeitig verstärken sie ihre Ablehnung durch Naserümpfen und das Schließen der Augen - die Griechen ziehen die Brauen hoch und schnalzen eventuell noch mit der Zunge. Durch Bewegen des Zeigefingers nach vorne und hinten und das gleichzeitige Aussprechen von "tsk" (in Griechenland: "tststs") wird ein bulgarisches Nein noch verdeutlicht. Ein Ja, also das Schwenken des Kopfes von rechts nach links, drückt keine Ablehnung aus, sondern vielmehr ein Abwägen der Situation. Die Vermutung, Griechen, Süditaliener und Bulgaren bedienten sich der Gestik der alten Griechen, kann durchaus mit Kopfschütteln beantwortet werden.

Erschienen in "Falter" Nr. 31/04 vom 28.07.2004 Seite: 55
"Fragen Sie Frau Andrea" gibt es auch als supriges Falter-Buch! dusl@falter.at

28. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Sparschwein Stefansdom

FA-Cover-27-Stefansdose.jpg

Wie der Wiener Dom Geld macht.
Faltercover 31/04

Das sah dann so aus:

FA-Dom-Cover-04-31.jpg

27. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Time Machine ::: Café Westend

Cafe-Westend-Time-Machine.jpg

Wien. Westend. Mariahilferstrasse / Gürtel
Hot City. Cool Café

23. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (3) Comments (0) Pings




Gauloisebauer

Gusi und die anderen beim Papst.jpgLiebe Frau Andrea,

ein Sujet der Falter-Werbung “Wir holen dich da raus” zeigt eine Delegation Österreichischer Politiker beim Heiligen Vater. Nach eingehender Betrachtung fiel mein Blick auf ein weißes Schächtelchen in Alfred Gusenbauers Händen. Mein erster Gedanke: mein Gott, er wird doch nicht schon so ungeduldig auf die Rauchpause gewartet haben! Dagegen spricht sein verklärter Gesichtsausdruck. Sieht man noch genauer hin, entdeckt man, mehr oder weniger diskret verdeckt, das gleiche Behältnis in den Händen aller Delegationsmitglieder. Jetzt tut sich meine eigentliche Frage auf, was in diesem weißen Schächtelchen wohl drinnen sein könnte?

Liebe Grüße, Karin Schiefer, Neubau

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Liebe Karin,

am 22.April besuchte eine hochrangige Klubobleutedelegation unter Führung von Andreas Khol und seiner Gattin Heidi den Papst. Kollege Gusenbauer hatte, wie mir aus seiner unmittelbaren Nähe versichert wird, seine filterlosen französischen Tschik gerade nicht zu Hand. Das weisse Schachterl in seinen Händen enthält keine vatikanischen Zigaretten sondern die von der Münze der Vatikanstadt geprägte “Medaglia Pontificia Anno XXV”. Alfred Gusenbauers persönliche Papst-Erinnerungs-Medaille ist zwar kein Unikat aber immerhin die Eintausendste einer Serie von 6000. Gusis erste Zigarette ausserhalb der Reichweite von Khol und Heiligem Vater dürfte exorbitant geschmeckt haben. Ob er dazu einen Scheizergardisten um Spee der Marke “Mary Long” anschnorrte, ist indes nicht bekannt.

19. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments




Do you Orkut?

Für grössere Ansicht ins Bild klicken

FA-Orkut.jpg

Für den Falter

>>> Zum Artikel über Orkut

15. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Wasserwann

Ehepaar Hawelka.jpgLiebe Frau Andrea,

in Falter 28 empfiehlt Fabian Schmidt, der deutsche Champion im Kaffeekochen, das berühmte Glas Wasser nach dem Kaffee zu trinken. Zitat:"Wenn man das Wasser nach dem Kaffee trinkt, geht doch der ganze gute Geschmack im Mund verloren!” Meiner Erinnerung nach trinkt man das Wasser nach dem Kaffee, um sich den guten Geschmack länger zu erhalten. Bitte auch um Auskunft, wie es zur WWKT (Wiener-Wasser-Kaffee-Tradition) gekommen ist.

Markus Knopp, Gumpendorf

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Lieber Markus,

wie so viele Wienmythen hat auch das berühmte “Glasl Leitungswasser” ein Eigenleben angenommen und sich von den sicheren Pfaden der historischen Tatsächlichkeit entfernt. In jedem Fremdenführer lesen Wientouristen allerlei Gescheites, meist aber Falsches über die Wiener Kaffeehaustradition. Hartnäckig wird die Erfindung des Wiener Kaffees einem gewissen Georg Franz Kolschitzky zugeschrieben, der die ersten Wiener Bohnen 1683 im verwaisten türkischen Heerlager gefunden haben will, als der Armenische Kaffeesieder Deodato schon lange Jahre eine Monopol-Konzession in der Wirtshaustasche hatte. Das Glas Wasser (das es im übrigen auch in Griechenland zum Kaffee gibt) kann natürlich zur Geschmacksneutralisierung bzw. Entsäuerung von Magen und Speiseröhre verwendet werden. Seit Deodatos Zeiten, zu denen Kaffee in Wien noch “a la turque” getrunken wurde diente es allerdings mehr dazu, den Kaffeesud aus den Zähnen zu spülen.

Fragen Sie Frau Andrea” gibt es auch als supriges Falter-Buch!
dusl@falter.at

12. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (4) Comments




Eurotürkye

FA-Euroturkyeflag.jpg

Soll die Türkei nach Europa kommen?
Für den Falter

11. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Knietief im Zitronengras

FA-Bobos-Cover.jpg

Die Bobos. Knietief im Zitronengras. Falter-Cover für 26/2004. ---> Zum Falter-Artikel


So sah das Cover aus:

cover04_26.jpg

9. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Die Bobos

Für grosse Ansicht ins Bild klicken!

FA-Bobos-Ausschneidebogen.jpg

Wien beschäftigt sich ausgiebig mit einem urbanen Phänomen: "Bourgeois Bohemians", kurz Bobos, fühlen sich als neue Elite des Informationszeitalters. Die Nachfolger von Hippies und Yuppies vereinbaren problemlos Kapitalismus mit sozialem Gewissen und Hedonismus mit Rebellion. Für den Falter

9. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Die Arbeit geht aus. Wer geht mit?

FA-Arbeit.jpg

Für den Falter

9. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings




Drücksorten

Liebe Frau Andrea!

Sie kennen sicher die kleinen Kästchen, die an den Ampelmasten mancher Wiener Fussgänger-/Radwegübergänge angebracht sind. Perfide kleine Hinweisschilder verlocken Wartende zum Antappen der berührungssensitven Metalldrücker. Radfahrampel.gifWenn ich bei Rot zu solch einer Ampel komme und um Grün andrücke, passiert immer das Gleiche: Nämlich garnichts. Völlig egal, ob ich einmal drücke, zweimal, oder dauerklingle. Sind diese Dinger Attrappen oder mache ich irgendetwas falsch? Mit verzweifelten Grüßen,

Manfred, Internet

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Lieber Manfred,

Stadtpessimisten neigen zur Theorie, die Administratoren des Wiener Verkehrs hätten aus psychologischen Gründen Placebokästchen aufgestellt, um den grossen Verkehrsfluss-Masterplan nicht durcheinander zu bringen. Nach dieser Theorie hätte das Drücken für Grün ähnliche Hintergründe wie das Essen an Bord von Verkehrsflugzeugen: Passanten und Passagiere nämlich vom allzu frequenten Herumgehen abzuhalten. Tatsächlich funktionieren die Ampeldrücker. Sie kumulieren die Grünanfragen von Fussgängern und Radlern und werfen sie in eine statistisch Waagschale gegen den Verkehrsfluss der Autos. Bei vielbefahrenen Strassen kann das zum Godot’sches Unterfangen werden. Sie können die Ampeln aber mit einem simplen Trick überlisten: Drücken sie in regelmässigen Abständen, deren Intervall etwa so lange sein muss, dass einem Druckimpuls immer ein Piepsen folgt. Ich garantiere Ihnen raschestes Grün auch gegen stärkste Verkehrsströme!

Fragen Sie Frau Andrea” gibt es auch als supriges Falter-Buch! dusl@falter.at

5. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments




Do you Orkut?

Nach Googling, p2p-file-sharing, bloggen und iTunes ist social networking der letzte Schrei des Internets. Unter den Friendship-Netzen ist Orkut das schillerndste. ANDREA MARIA DUSL Falter 28/04

FA-Orkut.jpgMartha Postiglione aus Porto Allegre hat 133 Fans und 12 knuspi Bikini-Bilder online. Sie wird am 19. August 24 Jahre alt, sucht „friends“ und „business networking“. Die Brasilianerin mit den langen blonden Haaren und den geheimnisvollen Augen ist Agnostikerin, hat einen trocken, freundlichen, bisweilen sarkastischen Humor, kleidet sich mal alternativ, mal klassisch, mal urban, sie raucht nicht, trinkt in Gesellschaft, liebt Tomatensoße und hat ein eigenes weblog. Sport ist für sie Disco, Fernsehen Southpark und Film Quentin Tarantino. Martha liebt Tierbabies, Märchen und Audioslave, perfekt gezupfte Augenbrauen, Journalismus und Jimi Hendrix.

Märten Tuuling ist 25, Este und Single. Er ist „religiöser Humanist“, steht politisch weit rechts, lacht über Slapstick, raucht Kette und feiert jede Nacht auf einer anderen Party. Märten fotografiert für sein Leben gern, liest Isaac Asimov, hört Aphex Twin, Kraftwerk. Er schwärmt für Physik und Paradoxes, für die Filme Beautiful Mind und Matrix. Märten liebt russische Küche und sucht Freunde und Gleichgesinnte.

Paul Terra kenne ich über Heidi, das heißt, Heidi kennt Paul und jemand den ich kenne, kennt Heidi. Paul ist thirtysomething, Wiener, vergeben und „very authoritarian“, wenn man seinem Profil trauen darf, was man nicht sollte, denn Paul liebt auch den britisch-levantinischen Ethnoproleten Ali G. Paul trinkt und raucht viel, mag Haustiere nur im Zoo dafür aber um so mehr Minimal Techo und das Leben in der Nacht. Klar hat auch Paul eine eigene website.

Was Martha, Märten und Paul erbindet? Sie alle sind Teil eines weltumspannenden Netzes von „Freunden“ und „Freundesfreunden“, sie sind „members of orkut“, Mitglieder bei Orkut (www.orkut.com).

Die Idee hinter Orkut ist nicht neu. Eine ähnliche online-community gab es schon im Wien der Neunzigerjahre. Die legendäre Blackbox verband Freunde und Bekannte. Wer damals nicht in der Blackbox war, war entweder tot oder sonstwie von gestern. Und US-amerikanische online-communities wie das mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit verwesende AOL gab es schon, als das Internet noch an wenigen dünnen Fäden hing und eine eigene Emailadresse noch so was Seltenes war wie Fernsehen in den Vierzigern.

Orkut unterscheidet sich jedoch von anderen boomenden social networks wie Friendster (www.friendster.com) MySpace (www.myspace.com), MeetUp (www.meetup.com), Tribe (www.tribe.net) sowie Jobbörsen und Geschäfts-Netzwerken wie Ryze (www.ryze.com), LinkedIn (www.linkedin.com) oder dem Online-job-Giganten Monster.com (www.monster.com) durch ein kleines, aber brilliantes feature: die Möglickeit “Communities” beizutreten oder diese sogar neu zu gründen.

Orkut-Communities funktionieren ganz so, wie sie das auch im real life, an amerikanischen Universitäten tun. Die abertausenden Debattierclubs, Science-Circles, Sportvereine, und halbernsten Geheimgesellschaften oszillieren zwischen seriös und obskur. Sie sind das Fleisch auf den Knochen von Orkut. Aber anders als auf US-Colleges bilden sie nicht nur das Campuslife von white-upperclass-Kommilitonen ab, sondern die Vorlieben und Sehnsüchte einer weltweit vernetzen, mulitethnischen online-community. Abgesehen von Schweinekram und Ethnohetze (die explizit verboten sind) gibt es kein Thema, zu dem auf Orkut noch keine Community gegründet wurde. Mitglied in drei, vier Dutzend solcher Communities zu sein, gehört denn auch zum guten Ton auf Orkut.

Unter den gezählten 112.906 Orkut-Communities gibt es Nichtolympisches wie den “Office Sports” Klub (16 Mitglieder), US-Politisches jeder Richtung wie “Bush In 2004” (320 Mitglieder) oder “Anyone But Bush in 2004” (4098 Mitglieder), Exklusive Geheimclubs wie die “Neofeudalisten” (13 Mitglieder), die “Maoisten” (47 Mitglieder) oder hochmoderne Debattiercamps wie “The Bobo Society” (123 Mitglieder ).

Eine wachsende Zahl von Orkutianern versammelt sich in obskuren Cercles wie dem “Phoebe-Music-Fan-Club” (1412 Mitglieder), der “Margot-Tenenbaum-Society” (144 Mitglieder) oder der Neigungsgruppe “Fist Shaking” (831 Mitglieder). Tabulos gepostet wird im Salon “Body modification” (459 Mitglieder) oder bei den “Haters Of Bad & Cliche Tattoos” (145 Mitglieder). Religiöses findet sich in Communities wie “Ask Satan” (79 Mitglieder), “Catholic Singles” (ein Mitglied) oder den “Militanten” (107) bzw. “Apathetischen Agnostikern” (72 Mitglieder). Ganze 1578 Mitglieder hat die Community of “Nerds”.

Wozu das alles gut ist? Vom spassgesellschaftlichen Mehrwert der Beteiligten und der philosphischen Qualität, Freunde zu haben, von denen man nicht einmal weiss, ob sie überhaupt extistieren, einmal abgesehen, hat Orkut einen handfesten Hintergrund: Google.

Orkut heißt Orkut, weil das der Vorname von Orkut Buyukkokten ist. Der junge Mann mit dem unaussprechlichen Nachnamen studierte Computer Science an der legendären Silicon-Valley-Schmiede Stanford, jener kalifornischen Elite-Universität, die wie keine zweite für den technologischen Input der IT-Industrie sorgt. Und Orkut Buyukkokten programmiert für Google. “Affiliatet with Google”, “Google nahestehend”, verrät denn auch ein kleiner diclaimer am unteren Rande jeder Orkut-Page. Bedient sich Orkut also der Suchtechnologie Google, um die Hunderttausendschaften seiner Mitglieder auf der Suche nach neuen Freunden und Freundesfreunden zu unterstützen? Mit Sicherheit. Aber es ist nicht Google, das Orkut von Nutzen ist. Es ist genau umgekehrt.

“Warum braucht Google Orkut”, fragt sich Internet-Insider Jeremy D. Zawodny in seinem weblog: “Google hat Millionen von Usern. Aber wieviel wissen sie von denen? Haben sie eine Userdatensammlung, in der sie schürfen können? Wenn sie eine haben, muss sie verblassen im Vergleich zu denen, die Yahoo, America Online und MicroSoft Network angesammelt haben. Statt ihre User dazu zu überreden, sich zu registrieren schultert Google einen Rucksack mit einem der vitalsten Trends der Zeit: ein Social-Network-Programm. Das Ganze im halboffiziellen Beta-Modus, im “invitation only”-Modus und fertig ist der Touch des Exklusiven.”

Wer eine Orkut-Registrierung hinter sich hat, versteht, so Zawodny, warum Orkut “Tonnen an Daten” abfragt. Demograhische Information, die Marketingfuzzies jauchzen lässt. Sobald Orkut mal Millionen, registrierter Mitgliedern hat, resümiert Zawodny, könnte das, Google einstweilen offiziell nur “nahestehende” Network dem Suchmaschinengiganten als “orkut.google.com.” eingebaut werden und: Bingo! Userprofile und Suchanfragen liessen sich einander zuordnen. Googlen wäre gläsern. Aus der Goldmine Google würde ein Diamanttagebau ungeahnter Grösse.

Kein Wunder also, dass neu eingeladene Orkutianer zu allererst minutiöse Profile ausfüllen müssen - Telefonnummern, Adressen, sexuelle Vorlieben, religiöse Preferenzen und ähnliche datenschützerisch bedenkliche Tiefeninformation nicht ausgenommen. In einer virtuellen Welt gibt es virtuelle Interessen, virtuelle Identitäten und virtuelle Märkte. Es ist also unerheblich, ob ein Profil den wiklichen Namen seines Users enthält, solange es seine wirklichen Interessen und Vorlieben abbildet.
Die Kurve der Orkut-Mitglieder zeigt steil nach oben, die Millionen-Member-Grenze könnte noch diesen Sommer durchstossen werden. Das ist nicht wenig für eine Online-Community, die sich nur durch Sprossung vermehrt: Neue Orkut-member müssen nämlich von alten eingeladen werden. Dieses raffinierte System gaukelt jene Exklusivität vor, wie man sie in der realen Welt von In-Clubs mit restriktiver Einlasspolitik kennt. Und Orkut kommt auf diese Weise an Namen und Emailadressen heran, die tatsächlich in Verwendung sind.

“Die Anzahl der täglichen Spam-mails hat sich verdreifacht, seit ich bei Orkut bin”, jammert Orkutkritiker Cory Doctorow, “aber vielleicht bin ich poranoid und das ist reiner Zufall.”. Doctorow, Mitarbeiter in der Electronic Frontier Foundation und Mitherausgeber des populären und einflussreichen BoingBoing weblogs, klagt, die Lawine von Orkut-Freundschaftsbestätigungs-Mails treibe ihn mittlerweile “in den Wahnsinn”.

Noch ist Orkut aper von Werbebannern und Reklame-pop-ups. Seine Betreiber sind peinlich darauf bedacht, sich keine Kommerzläuse einzufangen und adminsitrieren mit fast schon religiösem Eifer den Grundatz, nur reale Personen mit realen Portraitsfotos online zu stellen. Dass es dennoch Kunstpersonen mit höchstwahrscheinlich irrealer Identität wie “God”, “Satan” , “Jesus Christ”, “Elvis Presley”, “Adolf Hitler”, “Brad Pitt” und “Herr Tomtschek” gelingt, ein erfülltes Orkut-Leben zu führen, spricht für die Hartnäckigkeit, mit der sich eine aufgeklärte Online-Guerilla dem geheimen Orkut-Ideal einer gläsernen Big-Brother-Gesellschaft widersetzt. Eingeweihte wollen wissen, dass allerhöchstens ein Drittel der Namen auf Orkut wirklich real sind, von der Richtigkeit der persönlichen Angaben ganz zu schweigen.

Und genau das ist es, was für die Mehrzahl der Orkut-Communarden den Spass an der Sache ausmacht. Das Spielen mit jener gesunden Mischung an Lüge und Wahrheit, wie sie aufgekärte Netizens im Umgang mit dem Medium verinnerlicht haben.

Dass im Schlafzimmer von Orkutianer “Tomtschek” ein “Bett” steht, wie sein Profil verrät, und dass sein online-Buddie, der schnurrbärtige Funkgott “Ray Gold” mit der DDR-Handarbeitslehrerin “Felicitas Stulle” und dem schweizer Taschenbillardadonis “Uwe Üwken” verbandelt ist, dürfte Big Brother im amerikanischen Heimatschutzministreium mehr Sorgen machen als der globalen Community der Online-Datenschützer.

Also: Let’s Orkut!

2. Juli 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments




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