Fragen Sie Frau Andrea
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Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Tussi
Sehr geehrte Frau Andrea,
jüngst wird (auch im Falter) das Wort "Tussi" als Gegenstück zu "linke Emanze" gebraucht. Ist das wirklich korrekt? Mein Freund schlägt dagegen "rechte Pfarrersköchin" vor. Auch "oide Schaastrommel" habe ich schon gehört, was auch immer das bedeuten mag. Wissen Sie, woraus sich die Bezeichnung "Tussi" ableitet? Gibt es da eine historische Referenzperson? Bussi,
Magdalena Schneider, Internet
....................
Liebe Magdalena,
das Gegenstück zur linken Emanze wäre nach den Gesetzen der sprachlichen Symmetrie eine rechte Demanze. Dem kommt die konservative Pfarrersköchin (in katholischen Landen das Synonym für Priestergattin) doch schon sehr nahe. Wie überhaupt Frauen, die sich hinter der Bezeichnung Gattin oder Gemahlin verbergen, für das Gegenteil zu “linker Emanze“ grundsätzlich in Frage kommen. Alte Schastrommeln hingegen sind auch im linken Lager zu gange. Der Begriff Tussi, mit dem meist junge, oft unverheiratete und stets unteremanzipierte Frauen bedacht werden, müsste eigentlich “Thusi” geschrieben werden, kommt er doch von Thusnelda. Der Name geht zurück auf die Tochter des Cheruskerfürsten Segestes, die - obwohl schon verlobt, von Arminius entführt und geheiratet wurde. Segestes raubte sie zurück und lieferte sie den Römern aus, die sie zusammen mit ihrem Sohn im Triumphzug durch Rom führten. In der ewigen Stadt wurde Thusnelda die Geliebte des Feldherrn Germanicus, später auch die seiner Generäle und anderer Vertreter der haute société tiberienne. Bussi Bussi.
Fragen Sie Frau Andrea” gibt es auch als supriges Falter-Buch! dusl@falter.at
17. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl
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