Mai 2004
Abstract is the World
Blue Moon Shooting
Boys and Girls from my Block
Breakfast Outside America
Kiev Markthalle
Little Shops of Horror
Phones of the World
Andrea Maria Dusl Music Room
Andrea Z bis A
Comandantina Unterwegs
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Redezeit
Sager von Welt
Showtime!
Blue Moon
Channel 8
Channel 8 Diaries
Crazy Day
Dining Car
Heavy Burschi
In the Pipeline
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Fenstertag
Liebe Frau Andrea,
gestern abend standen wir in illustrer Runde am offenen Fenster. In die kühle Mainacht platzte die Frage einer schweizer Freundin: "Warum heißt bei Euch in Österreich der Fenstertag eigentlich Fenstertag?" Alle unsere Bemühungen die Unwissende zu einer Wissenden zu machen schlugen fehl. Können sie uns helfen? In unerdenklicher Vorfreude auf die Fenstertags-Erleuchtung,
Mimi, Internet
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Liebe Mimi,
ein wichtiger Tag im Arbeitsleben der Österreicher ist der Fenstertag. Das kalendarische Phänomen ist auch in Deutschland unter diesem Namen bekannt und hier wie dort ein beliebtes Datum für spontane Erkrankungen und Kurzurlaube. In den USA, die ansonsten wenig mit deutschsprachigen Arbeitsrealitäten gemein haben, gibt es sogar institutionell einen solchen briding day, Brückentag: Weil der Thanksgiving Day, der seit dem Herbst 1621 gefeiert wird, stets auf den vierten Donnerstag im November fällt, ist der darauffolgende Tag immer ein Fenstertag. Der Fenstertag hat seinen Namen von dem Effekt, der entsteht, wenn Büromäuse ihre freien Tage, Samstage, Sonntage und Feiertage im Jahreskalender mit grossen Xen ankreuzen: Ein freier Tag zwischen zwei solchen Xen sieht aus wie das offene Fenster zwischen rustikalen Fensterflügeln. Wem die Bezeichnung Fenstertag zu banal vorkommt, kann getrost zu raffinierteren Bezeichnungen greifen. So kennen sizilianische Beamte Fensterfreitage und Fenstermontage unter der halbamtlichen Bezeichnung “Santa Fenestra”.
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31. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments
Adieu Videokassette!
Ich will einmal ganz ehrlich sein: Das Ding wird mir nicht abgehen. Es wird der Welt so fehlen wie die Petroleumlampe, die Postkutsche oder der Rechenschieber.
Von Andrea Maria Dusl
Erschienen 27. Mai 2004 in Standard
Die Videokassette war in allem, was sie "konnte", lausig. Wäre sie so klein gewesen wie ihre brillante Schwester, die Audiokassette: geschenkt! Hätte sie den Sexappeal der Schallplatte gehabt: off limits. Nichts davon hatte die schwarze Bandschachtel. Meine erste Begegnung mit der Videokassette war folgenschwer und fand in der Schule statt. Der Rekorder, in dem sie steckte, war groß und hatte Tasten von den Ausmaßen eines Gaspedals. Das Lehrvideo über den U-Bahn-Bau, das unser Turnlehrer und "Kustos" für audiovisuelle Kommunikation vorbereitet hatte, verfügte über jenen raffinierten Selbstzerstörungsmechanismus, der noch heute in jede VHS-Kassette eingebaut wird: Er entscheidet sich entweder für Bandsalat, das Festfressen der Rollen oder für jenes Phänomen, das ich "die Unausspuckbarkeit" nenne.
Mein erster eigener Videorekorder war schwarz wie die Nacht und teuer wie Las Vegas. Er war fernbedienbar und programmierbar. Wenn ihm danach war. Das Manual war in 76 Sprachen abgefasst und dick wie das Telefonbuch von Tokio. Ich habe es irgendwann gegen eine Sanskritschrift eingetauscht: Die war leichter zu lesen.
Nach Jahren hatte ich ein veritables Archiv von Kinofilmen angelegt. Ich hatte den Kanon der Cinematografie, den Himmel auf Erden, äh . . . auf Kassette. Cassavetes, Fassbinder, Melville, Hawks. Mein Archiv wuchs, und so wuchs das Glück. Nach Jahren der liebevollen Lagerung grub ich in alten Flözen und legte "Zabriskie Point" in die Maschine. "Zabriskie Point" ist von Antonioni und spielt in der Wüste. Auf dieser, auf meiner Kassette schneite es. Es schneite auch in "Nashville", in "Metropolis", in "Manhatttan" und ganz besonders schneite es im "Himmel über Berlin". Seit drei Jahren habe ich einen DVD-Player. Adieu Schneegestöber, adieu Bandsalat: adieu Videokassette! Ich werde dich nicht vermissen.
27. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Gates of Hell ::: Flaschenrückgabe

Wien. Wieden. Supermarkt Theresianumgasse
Aus der Serie "Pforten zur Hölle": Flaschenrückgabe in der Gnocchi/Dauerwurstabteilung
24. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Schiffen
Liebe Frau Andrea,
länger schon sinne ich über das Wort "schiffen", das Männer für urinieren verwenden. Woher kommt dieses Wort? Ist es ordinär (im Sinne der absichtlichen Verletzung der Schamgrenze einer anderen Person) das zu sagen? Was empfinden Frauen bei diesem Wort? Ist es gesellschaftsfähig zu sagen: "Ich geh mal schiffen" oder sollte man sich eher an’s "für kleine Buben" halten?
Hans Höfferer, Schwanenstadt
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Lieber Hans,
“navigare necesse est”, “schiffen tut not”, hiess es zur Zeit unserer Grossväter, wenn vom Harndrang die Rede war. Das Wort kommt aus der Studentensprache des 18. Jahrhunderts und leitet sich vom Ausdruck “Schiff” für Nachtgeschirr ab. Frauen empfinden das Wort wohl als typisch männlich, wie wir überhaupt die explizite Erörterung von Stoffwechselvorgängen den Talenten von Männern zurechnen dürfen. Statt auf die Toilette “für kleine Buben” zu gehen, sollten Sie sich angesichts der eindeutigen Zweideutigkeit dieses Ausdrucks gut überlegen. Gesellschaftsfähigere Ausdrücke fürs Pieseln, Pinkeln, Brunzen und Soachen sind “das Pudern der Nase” oder “das Wechseln des Parkscheins”. Unter internationalen Freunden mag es beim Besuch der Kleinseite auch angehen, “to do number one”, to wash one's hands”, “to see a dog about a boy” or “a man about a dog”. Nicht weniger gespreizt wäre es, “Kaprun ans Netz gehen zu lassen” oder “die Kinder zum Teich zu bringen”. Gerne werden auch “die Kacheln gegossen”, “Stangen Wasser abgestellt” oder einfach mal “nach den Pferden geschaut...”
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22. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (1) Comments
Tussi
Sehr geehrte Frau Andrea,
jüngst wird (auch im Falter) das Wort "Tussi" als Gegenstück zu "linke Emanze" gebraucht. Ist das wirklich korrekt? Mein Freund schlägt dagegen "rechte Pfarrersköchin" vor. Auch "oide Schaastrommel" habe ich schon gehört, was auch immer das bedeuten mag. Wissen Sie, woraus sich die Bezeichnung "Tussi" ableitet? Gibt es da eine historische Referenzperson? Bussi,
Magdalena Schneider, Internet
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Liebe Magdalena,
das Gegenstück zur linken Emanze wäre nach den Gesetzen der sprachlichen Symmetrie eine rechte Demanze. Dem kommt die konservative Pfarrersköchin (in katholischen Landen das Synonym für Priestergattin) doch schon sehr nahe. Wie überhaupt Frauen, die sich hinter der Bezeichnung Gattin oder Gemahlin verbergen, für das Gegenteil zu “linker Emanze“ grundsätzlich in Frage kommen. Alte Schastrommeln hingegen sind auch im linken Lager zu gange. Der Begriff Tussi, mit dem meist junge, oft unverheiratete und stets unteremanzipierte Frauen bedacht werden, müsste eigentlich “Thusi” geschrieben werden, kommt er doch von Thusnelda. Der Name geht zurück auf die Tochter des Cheruskerfürsten Segestes, die - obwohl schon verlobt, von Arminius entführt und geheiratet wurde. Segestes raubte sie zurück und lieferte sie den Römern aus, die sie zusammen mit ihrem Sohn im Triumphzug durch Rom führten. In der ewigen Stadt wurde Thusnelda die Geliebte des Feldherrn Germanicus, später auch die seiner Generäle und anderer Vertreter der haute société tiberienne. Bussi Bussi.
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17. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments
Oma und das Netz

Für den Falter
15. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Das Netz und Oma

Für den Falter
15. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
American Literature Heroes
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PVs Powers, Franzen, Eugenides, Whitehead. GEN Roth.
Für den Falter
14. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Alles ist Input...
Andrea Maria Dusl über social skills wie Erfindungsreichtum und Hartnäckigkeit sowie das Switchen zwischen einzelnen Kunstsprachen. Interview von SABINE PERTHOLD.
Sie haben an der Akademie der bildenden Künste die Meisterklasse für Bühnengestaltung absolviert. Seit etlichen Jahren beliefern Sie die Stadtzeitung FALTER mit gesellschaftskritischen Kolumnen und das Magazin FORMAT mit Zeichnungen und Karikaturen. Wer waren Ihre Lehrer und wie vollzog sich die Abwendung vom groß dimensionierten Bühnenbild hin zur Vorliebe für schrullig-satirische Petitessen?
Mein Lehrer an der Akademie war Lois Egg, ein Gentleman und Künstler wie ich später wenige kennengelernt habe, mit Ausnahme von Michael Haneke vielleicht. Lois Egg hat uns vor allem beigebracht, an uns selbst zu glauben. Im zweiten Jahr an der Akademie war ich dann schon seine Assistentin. Zeichnen habe ich von meinem Vater und meinem Onkel gelernt, beide waren Architekten. Zum Falter bin ich eigentlich zufällig gekommen, die haben einfach angerufen und Illustrationen für einen philosophischen Essay gebraucht. Das war lange, nachdem ich begonnen habe, Filme zu machen. Vom Bühnenbild habe ich mich nach sieben Jahren am Theater eigentlich deshalb entfernt, weil mir das Regieführen, die Arbeit mit Schauspielern und Text viel mehr zugesagt hat. Das war während der Produktion von MEIN KAMPF von George Tabori am Akademietheater. Wenn man so will, war also auch Tabori ein Lehrer von mir. Und Thomas Bernhard. Ohne dass er das wusste. Und während einer sehr sehr langen Zeit bin ich täglich ein paar mal im Kino gesessen, im Filmmuseum, um die Filmgeschichte in mich aufzunehmen, in den anderen Kinos, um das zu sehen, was gerade Mainstream war oder in zerkratzten Kopien für Verrückte wie mich gezeigt wurde.
„Blue Moon, you saw me standing alone
Without a dream in my heart,
Without a love of my own…”
...heißt es in dem berühmten Lied von Julie London, das titelgebend war für Ihren preisgekrönten Erstlingsfilm BLUE MOON, einem modernen Märchen über die Liebe zwischen Ost und West. 12 Jahre haben Sie an diesem Projekt gearbeitet, das ursprünglich in mehreren Folgen á zwei Minuten mit dem Titel „In 80 Tagen um die Welt“ geplant war. Welche Faktoren haben Sie über eine so lange Zeit an die Realisierung des Projektes glauben lassen?
Meine sechs Kurzfilme AROUND THE WORLD IN EIGHTY DAYS waren eine unmittelbare Antwort auf die Weigerung der Färderungen, sich mit meinen Stoffen auseinanderzusetzen. Zu dieser Zeit kämpfte Ulrich Seidl gerade darum, seinen Film GOOD NEWS überhaupt ins Kino zu bringen. Wir hatten damals viel Kontakt und die Hartnäckigkeit, mit der Ulrich gegen den Strom schwamm, hat mich sehr bestärkt. Ich habe ein Konzept entwickelt, Kurzfilme zu finanzieren, zu drehen und im Werbeblock der Kinos unterzubringen. Diese 35mm-Zweiminüter habe ich selbst produziert und mit meinem damaligen Freund, dem Kameramann Peter Zeitlinger realisiert. Unsere virtuelle Firma hieß „Pokorny und Prohaska". Ohne Firma durfte man beim Monopol-Kopierwerk „Listo“ nämlich keine Kopien ziehen lassen. Teile des Materials hat mir Michael Synek geschenkt und die Figur des Pichler hat Rainer Egger mit mir auf zahlreichen Recherchereisen in den Osten entwickelt. Die „Achtzig Tage“ habe ich auf der DVD von BLUE MOON als Bonus untergebracht, weil sie die genetischen Eltern von BLUE MOON sind. Aus der Idee dieser Kurzfilmserie habe ich dann das Drehbuch für BLUE MOON entwickelt. Die erste Version war Anfang der 90er-Jahre fertig, es hat aber schließlich bis 1998 gedauert, bis der Stoff bei Erich Lackners Produktionsfirma Lotus-Film gelandet ist. In dieser langen Zeit waren es Rainer Egger, Michael Synek und Michael Glawogger, die immer wieder an das Projekt geglaubt haben. (Von mir mal abgesehen!) Die Arbeit am Drehbuch selbst hat nicht länger gedauert, als bei anderen Stoffen. Eher im Gegenteil. Ich bin sehr schnell im Schreiben. Die harte Nuss war, um mit Achternbusch zu sprechen, die Chance zu nutzen, die ich nicht hatte.
Sie sind Multifunktionärin: Neben Schriftstellerin, Kolumnistin (Ihre Bonmots als Comandantina Dusilova unter www.geocities.com/Pentagon/4404/ werden von Havanna bis Moskau zum Frühstück gereicht) und Drehbuchautorin sind Sie auch „Sophistin“; Ihr virtuelles Hangout kann man unter www.digitalien.org/sofa genießen. Woher beziehen Sie den Input für Ihre Geschichten und treffenden Satiren?
Ich bin eigentlich keine Multifunktionärin, weil alles gleichzeitig in mir abläuft. Die Bilder, die Geschichten und die Dialoge. Film ist also das Normale, und das andere die Spezialdisziplinen, in denen ich Teile dessen ablade, was sich ununterbrochen anhäuft. Für den Input brauche ich mich nicht sorgen. Alles ist Input. Eher geht es darum, das Naheliegende, das Banale aus seinem Zusammenhang zu nehmen und wie eine seltene Pflanze zu untersuchen.
Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der Künstlerin auf Ihr Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmäglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre?
Ich habe kein Lebenskonzept. Eher hat das Leben mich. Ich habe keine Berufsentscheidung getroffen, jedenfalls nicht wissentlich und kenne keinen Unterschied zwischen privat und äffentlich. Das verschmilzt mir immer zu einem Ganzen. Die einzigen Disziplin, die ich mir inzwischen zugelegt habe, ist hin und wieder nein zu sagen, an Tagen, an denen die Kalenderblätter rot sind, nicht an Geld zu denken und dann zu schlafen, wenn ich müde bin. Manchmal läse ich Probleme im Schlaf. Dazu sind Träume nämlich da.
Wie sehen Sie sich als Frau im Kontext des aktuellen ästerreichischen Kunstgeschehens eingebunden, was Auftragslage und Nachfrage betrifft?
Frauen haben es schwer, erstens überhaupt und zweitens in Österreich. Frauen haben es aber andererseits auch wieder leichter, weil sie mehrdimensional denken, horizontale Netzwerke aufbauen statt vertikaler Aufstiegshilfen und das Geld nicht in Autos und Männerspielsachen investieren müssen. Dass das international akklamierte ästerreichische Filmwunder zum großen Teil von Frauen realisiert wird, ist doch fantastisch!
Sie bedienen in den bereits angesprochenen Medien unterschiedliche Bildsprachen mit unterschiedlicher Methodik. Welches ästhetische Konzept verfolgen Sie beim Switchen quer durch die Gattungen und Genres? Welche Aspekte interessieren Sie so sehr, dass sie Sie in Ihrer Arbeit hervorheben und bewusst machen wollen?
Jedes Genre hat seine Gesetze und Grenzen. Ich versuche herauszufinden, was diese Gesetze sind und wo die Grenzen verlaufen. Daraus ergibt sich die Form. Sobald ich das für mich herausgefunden haben, habe ich innerhalb dieser Grenzen alle Freiheiten, eingeschlossen die, die Grenzen auch zu sprengen. Ich bin zweisprachig aufgewachsen, meine Mutter ist Schwedin. Das Denken in zwei Sprachen macht das Switchen zwischen Sprachen, und etwas anderes sind künstlerische Genres ja nicht, mäglicherweise einfacher. Keine Ahnung, das müsste man neurologisch erforschen. Das einzige was ich nicht kann, ist zu sprechen, während ich ein Instrument spiele. Vermutlich, weil bei mir Sprache und Musik im selben Gehirnareal ablaufen. Andere können das.
Sie sagten einmal: Film ist vermutlich die anstrengendste Selbstverwirklichung, die die Menschheit hervorgebracht hat. Wie sieht es mit Ihren filmischen Zukunftsplänen aus?
Ich denke, ich kännte gesagt haben, Film sei möglicherweise die anstrengendste, ganz sicher aber die teuerste Selbstverwirklichung. Ich schreibe gerade das Drehbuch zu meinem nächsten Spielfilm CHANNEL 8 wird sehr spannend werden. Da geht es um die Frage, was passiert, wenn das Leben eines Menschen im Traum eines anderen auftaucht, wenn Traum und Wirklichkeit ineinander laufen. Der Film spielt in Paris und Sankt Petersburg und handelt von einem Fernsehkorrespondenten und einer Malerin, deren Gedankenradios auf der selben Frequenz senden. CRAZY DAY, die Geschichte des Tages, an dem die Amerikaner in Bagdad einmarschierten, musste ich verschieben, weil Recherche in Bagdad momentan lebensgefährlich wäre. Vom Drehen ganz abgesehen. Und dann habe ich noch ein paar andere Stoffe in der Pipeline.
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Dr. Sabine Perthold /GF Drehbuchforum Wien,
Wien im Mai 2004
Aus den Interviews mit den österreichischen Filmemacherinnen Barbara Albert, Hilde Berger, Andrea Maria Dusl, Barbara Gräftner, Jessica Hausner, Kitty Kino, Käthe Kratz, Gabriele Mathes, Ulrike Schweiger und Amaryllis Sommerer für den Kulturbericht 2003 der Stadt Wien.
13. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Golem II

Genetic Design meets Bio-Engineering
Für die Wissenschaftsbeilage des Falter
11. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
European Greens

Die europäischen Grünen haben als erste eine EU-weit vertretene Partei gegründet.
Für den Falter
11. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Haltung
Liebe Frau Andrea,
ich kämpfe schon länger mit einem Wiener Phänomen, dem Zeitungshalter. Offenbar ist dieses Kaffeehaus-Patent nicht für großformatige Zeitungen gedacht, mein Cafetier spannt trotzdem immer wieder Zeitungen wie die Süddeutsche in das Gerät ein. Jetzt weiß ich nie, wie ich am elegantesten lesen soll: Immer die gesamte Zeitung auf dem Rohrstaberl liegend oder "aufgeblättert"? Helfen Sie mir!
Gustav, Wien 6
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Lieber Gustav,
Fragen der Etikette kaschieren stets eine technische Kondition. Nehmen wir als Beispiel das Verbot, Knödel mit dem Messer zu schneiden: Dieses Tabu heisst uns Klösse mit der Gabel zu reissen. Die scheinbar sinnfreie Regel hat einen technischen Hintergrund: Mit gerissenen Knödelstücken kann Sosse wesentlich besser aufgetunkt werden, als mit geschnittenen. Oder die Regel, Kaffeehauskaffee, und mag es kleiner Schwarzer vom Hohlmass eines Fingerhutes sein, nie ohne Blechtablett zu servieren: Dahinter steckt die Tatsache, dass Kaffee ewige Flecken in Tischmarmor hinterlässt. Zeitungen vom Format der Neuen Zürcher, Frankfurter Allgemeinen, Süddeutschen oder der Zeit, jenen Formaten also, deren Lektüre Showcharakter hat, werden so gelesen: Die rechte Hand manipuliert den Mittelgriff, der Rahmen liegt schräg an der Tischkante auf. Mit der linken Hand spannen sie den losen Heftteil. Je lauter Sie umblättern, desto besser! Absolutes Nono ist das Ausspannen aus dem Halter. Das Herausreissen von Artikeln sollten Sie seitenweise unternehmen. Auch hier: je langsamer und lauter, desto besser.
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10. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (2) Comments
Hans-Peter Martins EU-Desk

EU-Abgeordneter Hans-Peter Martin
Für den Falter, letzer Teil einer fünfteiligen Serie
4. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings
Weli
Liebe Frau Andrea,
warum steht auf der Schellen-Sechs der einfachdeutschen Jasskarten das Wort WELI und was bedeutet es? Es ist das einzige Bild im ganzen Deck mit einer Aufschrift. Und warum ist neben den Schellen eine Eichel und ein Herz, aber kein Laub auf diesem Bild dargestellt? Befindet sich das Laub etwa in der Urne auf dem Grabstein und hat zu Lebzeiten WELI geheißen?
Mit freundlichen Grüßen, Kurt Bracharz
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Lieber Kurt,
die 36 Bilder, die Vorarlberger für ihr Nationalspiel Jass verwenden, sind gleichzeitig die Karten für das Watten. Die Tiroler brauchen für ihren Nationalsport allerdings nur 33 davon, sie stanzen drei der Sechser und behalten nur den Schellsechser, den “Weli”. Er hat in den meisten Varianten des Watten, Bieten, Perlaggen und Schnellen die Funktion eines Jokers. Weli wird korrekterweise nicht Wehli, sondern Welli ausgesprochen. Die Wurzeln des Watten vermutet man im ladinischen, wo Watten heute noch Battadù (schlagen oder klopfen) genannt wird. Der Weli/Welli kommt vom italienischen Belli, Schellen. Auf alten Welis sind noch alle anderen Farben, also neben den sechs Schellen noch je eine Eichel, ein Herz,und ein Laubblatt zu sehen. Der Weli mit dem Grabmahl erscheint zum ersten mal 1890 in einem Kartenspiel von Josef Fasser in Innsbruck. Daneben kursierten Welis mit burlesken Figuren, ja sogar ein Panther findet sich auf einer Welivariante. Im Grabmahl auf ihrem Weli schlummert niemand geringerer als der Apostel Petrus, der nach muslimischer Tradition als Weli, als Heiliger bekannt ist.
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3. Mai 2004 © Andrea Maria Dusl # Permalink (0) Comments (0) Pings


