Fragen Sie Frau Andrea
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Liebe Frau Andrea,
mein Freund ist normalerweise ganz bei sich. Seit er mit Grazer Freunden telefoniert hat, die beim Film arbeiten, ist er allerdings völlig aus dem Häuschen. Ich muss unbedingt mit ihm in den Film "Nacktschnecken" von Michael Glawogger und Michael Ostrowski gehen, weil in genau diesem Film die "Mörderkombination" vorkomme: mein Lieblingstyp in seiner Lieblingsschüssel. Jetzt habe ich es mit der Angst zu tun bekommen, "Nacktschnecken" soll ja ein Trash-Pornoschocker sein, in dem u.a. Johnny Knoxville von "Jackass" lebende steirische Schnecken isst. Ist da was Wahres dran? Ist das die "Mörderkombination", die mich erwartet? Liebe Grüße,
Sabine Gerstberger
....................
Liebe Sabine,
die Mörderkombination, von der Ihr Freund schwärmt, Ihr Lieblingstyp in seiner Lieblingsschüssel ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Kleinstadtzuhälter Schorschi (unfassbar überzeugend gespielt von Georg Friedrich) und eine knallgelbe Chevrolet-Corvette. Schorschi, der die Federn blond und schulterlang trägt, hat die "68er-Koawett" mit den "überbraaden Bock" bei seinem deutschen Geschäftsfreund Harry (mein Kollege Detlev Buck) geleast und ist mit den Raten in ungünstigen Rückstand geraten. Der Wagen "mit einem Spruch wie ein Solo vom Keith Richards" hat ein zinfandelfarbenes Lederinneres und eine Fahrersitzheizung. An Ihrer Stelle würde ich auch den knusprigen Michael Ostrowski ans Steuer lassen. Dass Johnny Knoxville in dem Film mitspielt, kann ich nicht eindeutig mit "Nein" beantworten.
© Andrea Maria Dusl
Erschienen in "Falter" Nr. 10/04 vom 03.03.2004 Seite: 67
3. März 2004 © Andrea Maria Dusl
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