Gott


"Er heißt Gott. Die Basis für eine gewisse Anbetungswürdigkeit war somit gegeben." Ein göttlicher Satz. Der Satz des Jahres. Ich meine das Ernst. Michaela Ernst geradezu, die das neulich im Kurier über den 60. Geburtstag des göttlichen Karel, des "optimalen Schwiegersohns", geschrieben hat. Wo uns heute noch die Ohren stauben vom falschen und sülzig outrierten Behmakeln provinzieller Schauspieler vom Schlage eines Fritz Muliar, trifft Michaela Ernst mit engelsgleicher Genauigkeit in die Seele der tschechischen Sprache. "Oinmal um die gaanze Welld und die Daschään voller Gelld" transkribiert sie die Nachtigall aus Prag und würdigt damit Bienerich Maja mit einer für Medienrezensenten beinahe schon intimen Liebenswürdigkeit.

Böse klingt hingegen, was Focus aus dem Internet destilliert hat: "US-Amerikaner" - gibt es eigentlich auch US-Nichtamerikaner? - "erkoren Meg Ryan, 37, und Brad Pitt, 35, zu ihren persönlichen Wunschpartnern für den Bund der Ehe." Meg Ryan, die Ikone des Beinahetränenausbruchs, und Brad Pitt, Schutzpatron des schlauchlosen Reifenwechsels! Ogottogott!

"Falter" 29/99 vom 21.7.1999 Seite 14 Presseschau

27. Juli 1999 (0) Comments

Freude im Welfenhaus

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Freude im Welfenhaus. Prinzessin Caroline (42) brachte im österreichischen
Provinzkrankenhaus Vöcklabruck eine gesunde Tochter zur Welt. Alexandra,
die Tochter von Prinz Haugust von Hannover.

Das Beispiel könnte Schule machen...
Carolines Baby war nur die Spitze des Eisbergs.

Im Uhrzeigersinn:

Erbprinz Reno von Württemberg
Krnaknehaus d. Barmherzigen Brüder
St. Veit an der Glan

Prinz Kevin von Marlborough
Bezirkskrankenhaus Langenlois

Prinz Ronson von Norwegen
und Prinzesssin Karelia von Griechenland
Friseursalon Huber in St. Valentin

Prinz Gaulle de L'Oise
Krankenhaus Rankweil

Prinzesssin
Natasha von Kent
Krankenhaus Grieskirchen

Für Falter 30/99

26. Juli 1999 (0) Comments

Das Sommerloch

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Auch 1999 gab es ein Sommerloch.
Und eine Sonnenfinsternis dazu!

Für Falter 29/99

19. Juli 1999 (0) Comments

Motorbootfahren mit Demi Moore

Jetzt ist es offiziell. Die Krone ist nicht nur Nummer eins im Internet (soweit wir "neuen Daten der unabhängigen Web-Analyse" jenen Glauben schenken dürfen, der von Umfragen mit dem Zusatz "unabhängig" stets erschüttert wird), die Krone weiß auch, wovon unsere Jugend träumt. Und das ist ganz schön brisant.

Die bescheidenen Wünsche unserer Großeltern und Eltern wie Abendessen mit Juppie Heesters oder Motorbootfahren mit Wolfgang Ambros sind nicht mehr so rasend "in". Zum Nachdenken sollte aber nicht nur die Krone bringen, was das Linzer "market"-Institut den Kids zum Thema "cool, also lässig und wichtig" entringt: 94 Prozent wollen ein Handy haben! Na, Prack. Denn daraus läßt sich frequenzgenau schließen, daß 94 Prozent noch keines haben.

Herausgeber von handyverkaufsorientierten Wochenmagazinen dürfen also getrost zur Magnumflasche Pommery greifen. Denn solange im Handy-Markt noch satte Steigerungen drin sind, dürfen Herausgeber von handyverkaufsorientierten Wochenmagazinen weiter vom Motorbootfahren mit Demi Moore träumen.

© Andrea Maria Dusl
"Falter" 28/99 vom 14.7.1999 Seite 14

14. Juli 1999 (0) Comments

Vor seiner Einführung als

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Vor seiner Einführung als Alltagswährung war der
Euro ein Leichtgewicht im Vergleich mit dem
arroganten Dollar.

Für Format 28/99

8. Juli 1999 (0) Comments

TV* sieht scheisse aus.

Eines der letzten ungelösten Rätsel der jüngeren Pressegeschichte harrt weichnäckig auf Lösung: Welche geniale, aber bislang anonym gebliebene Begabung ist für die allwöchentliche Gestaltung von TV*, der Mediaprint-Fernsehbeilage verantwortlich? TV*, dem Fernsehführer mit dem kleinen augenzwinkernden Sternchen am Logo, das uns ungefähr soviel sagen möchte wie: Schau mir in die Seiten, Kleines*, es ist alles Gold** was glänzt***. TV* aber sieht nicht ganz zufällig so bescheuert out-of-date aus wie das Prospekt für einen slowakischen Massagesalon. Das falsche Gold im Coverlogo von TV* - und darin beweisen seine anonymen Gestalter ihre Klasse - will uns nämlich sagen: Es ist völlig egal, Leute, daß wir Scheiße verkaufen, denn wenn wir Schokolade* draufschreiben, schmeckt es euch. "Verliebt", das Versprechen, das Serienstern Barbara* Wussow** als resches Covergirl für den Fernsehmittwoch* verspricht, wird im Heft als "Rosamunde Pilcher-Verfilmung, die nicht zum ersten Mal im ORF ausgestrahlt wird" eingelöst. Und ich dachte schon, es kriselt im Hause Fortell. Werch ein Illtum*.

"Falter" 27/99 vom 7.7.1999 Seite 16 Presseschau

7. Juli 1999 (0) Comments

Was Österreichs Politikern wirklich peinlich ist

FO-27-1999-Peinlich-5.7.jpg

Für Format 27/99

Vielen sind Österreichs Politiker peinlich.
Was aber ist denen peinlich?

Historisch interessant: Damals war Heide Schmitdt,
Chefin des liberalen Forums noch Teil des politischen
Mobiliars. Bei der nächsten Wahl sollte sie unter
die 4%-Hürde rutschen und den Einzug ins Parlament
nicht mehr schaffen.

Das Bild des durchwegss untuntigen Wiener Altbürgermeister
Zilk mit blonder Perücke beim Life-Ball war damals allgegenwärtig.

5. Juli 1999 (0) Comments

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