April 1999
Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Podcast von Dusls politischer Talkshow im Theater im Rabenhof
Das Photobureau von Comandantina Dusilova kümmert sich ums Schöne und Abseitige
Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
Bhutan sieht fern
Das buddhistische Königreich Bhutan hat also beschlossen, Fernsehen im Lande künftig zu erlauben. Die erste Sendung sei für den 2. Juni, den 25. Jahrestag der Herrschaft von König Jigme Singye Wangchuck, geplant. Fernsehen solle den Aufbau des Landes fördern, erläutert der touristenfeindliche Himalaya-Staat. Auch Produktionen ausländischer Rundfunkanstalten sollen gezeigt werden. Eine andere Strategie zur Förderung des Landes verfolgte bekannterweise König Slobo I. Milosevic'' absolutistisch regierte Bundesrepublik Jugoslawien. Dort konnten ausländische Produktionen schon seit geraumer Zeit nur mehr in sehr begrenztem Ausmaß verfolgt werden. Mit der systematischen Zerbombung der serbischen Fernseheinrichtungen durch das atlantische Bündnis nähert sich aber auch die Produktion eigener Sendungen asymptotisch dem televisionären Nullpunkt. Seien sie noch so sehr propagandistisch überformt: Fernsehbilder über collateral damage, wie zivile Opfer und Zerstörungen in Nato-Speak heißen, wird es nicht mehr geben. Und wovon es kein Fernsehbild gibt, lehrt uns Ted Turner's Law, das ist nie passiert.
"Falter" 17/99 vom 28.4.1999 Seite 18 Fernehschau
28. April 1999 (0) Comments
Peace is in the air

Moderne Friedenstauben sind High-Tech-Vögel und
kosten eine Menge Knete. Dafür spenden sie auch
jede Menge Frieden.
Für Format 17/99
26. April 1999 (1) Comments
Gebt uns Ally McBeal zurück!
Auch beim handlichen bunten Magazin auf der anderen Seite der Marc-Aurel-Straße profiliert sich der Ruf: "Gebt uns Ally McBeal zurück!" * Ja, gebt sie uns zurück, und auch ihre meschuggene Therapeutin und auch das Unisex-Klo! Tja, das Unisex-Klo. Wenn es so was auch außerhalb der Fernsehwelt von Ally McBeal gäbe! Die Welt wäre um ein Quentchen besser. Grande Probleme würden dann nämlich am Unisex-Klo besprochen werden und nicht in der UNO-Generalversammlung oder anderen Quasselbuden. Möglicherweise wäre der Welt viel Böses erspart geblieben, hätten sich Madeleine Albright und Slobodan Milosevi'c auf einem Pariser Unisex-Klo getroffen. Übrigens, liebe Kolleginnen vom anderen Marc-Aurel-Straßenufer: Ihre Lieblingszeitung, der Falter, besitzt so ein Unisex-Klo. Wo alles besprochen wird. Wie in Ally McBeals Fernseh-Unisex-Klo.
Von den Militärs sind wir medientechnisch ja einiges gewohnt. Ihr neuestes Spielzeug ist die Bombenkamera. Eine Helmkamera am Sprengkopf sozusagen. Jetzt sehen wir, was die Bombe sieht. Sehr bedenklich, was wir da sehen: Balkone, fahrende Züge.
Bald auch Menschen?
"Falter" 16/99 vom 21.4.1999 Seite 20 Fernsehen
.........
* Doris Knecht kommandierte diesen Fanclub.
21. April 1999 (0) Comments
Das serbische Karussel

Slobodan Milosevic und seine Maschinerie.
Für Format 16/99
19. April 1999 (0) Comments
Sonntagsfernsehen
Sonntage sind nur richtige Sonntage, wenn an ihnen die Sonne scheint. Wenn Sonntage nebeln, nieseln oder sonstwie feuchteln, dann werden sie zu Fernsehtagen. Und die folgen eigenen Regeln. Regeln, die allerdings irgendwo in Atlanta, Köln, Mainz und auf einem seltsamen Hügel namens Küniglberg aufgestellt werden und vorgeben, sich an so etwas wie Seherverhalten zu orientieren, in Wirklichkeit aber Sendeverantwortlichenverhalten repräsentieren. Die meisten Sender sind international gestrickt: Busineß und Sport für Wirtschaftstreibende, Mode, Art und Talk für ihre Lebensabschnittspartnerinnen, political news und Serien für Zapper. Sonntage gibt es nicht, denn in irgendeiner Weltgegend ist an jedem Sonntag noch Samstag, und irgendwo bei den Antipoden und Umgebung schon Montag. Echtes Sonntagsprogramm von gutem altem Monopolschrot und -korn sendet nur der ORF: einen ganzen langen Sonntag Autorennen und Gekicke. In den Pausen etwas fürs Gemüt: diverse ZIBs und Zur Saches, zwischendurch Bildung: Lotto und Seitenblicke und - ganz wichtig -: ausgiebig Neues aus Kaisermühlen und vom Traumschiff.
© Andrea Maria Dusl
"Falter" 15/99 vom 14.4.1999 Seite 20
14. April 1999 (0) Comments
Strike against Yugoslavia
CNN, das war schon im Golfkrieg so, läuft zu Hochform auf, wenn es irgendwo kracht. Etwas beschönigend firmiert der Krieg vor unserer Haustüre allerdings unter dem CNN-Slogan "Strike against Yugoslavia". Klingt fast wie eine Lausbubenattacke, so ein "Streich gegen Jugoslawien". Weil aber Milosevic', anders als sein irakischer Vorgänger im Amt des internationalen Bösewichts, Live-Reportagen aus dem Krisengebiet nicht zustimmte und nahezu alle westlichen "Propagandaagenten" aus Jugoslawien auswies, blieben nur die Randrepubliken als Kriegsberichtkulisse. Und so steht nun CNN-Reporterin Christiane Amanpour vor kilometerlangen Trecks flüchtender Kosovaren, die fast wie in Zeitlupe an ihrer Kamera vorbeischleichen. Und fast sieht ihr Vorbeigehen an der CNN-Kameras so aus, als hätte es ein CNN-Kriegsberichterstatterassistent auf sendetauglich inszeniert. Aber ist das schon Propaganda, wie die Serben dem Westen vorwerfen? Wenn reales Leid in fernsehwirksames transponiert wird? Ist eine Familie Vertriebener, die für CNN wirksam durchs Bild geht, schon aktiver Darsteller in einer westlichen Propagandasendung?
© Andrea Maria Dusl
"Falter" 14/99 vom 7.4.1999 Seite 20
7. April 1999 (0) Comments
Kosovo

Slobodan Milosevic bestellt alten serbischen Kriegsboden, das Amselfeld.
Für Format 14/99
5. April 1999 (0) Comments


